Als ich Seitan kennen lernte, war ich erstmal rundum begeistert: ein preiswerter, auf tausenderlei Arten zuzubereitender „Fleischersatz“, den man zudem selber herstellen kann – was will man mehr?

Das einzige was mich störte, war die Tatsache, dass ich, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten, auf Kochbeutel zurückgreifen mußte. Zwar kann man Seitan im offenen Topf kochen, doch wird er dann oft ein wenig zu „fluffig“. Man wünscht ihn sich fester, muss also dafür sorgen, dass er nicht ganz so viel Platz hat, um sich beim Kochen auszudehnen.

Da ich vor allem aus ökologischen Gründen flexitarisch lebe, möchte ich jedoch nicht fortwährend Produkte aus petrochemischen Kunststoffen verwenden – und das sind die bekannten Gefriertüten nun mal, in denen man Seitan zusammen mit der Würzbrühe gar kocht.

Ein Gurkenglas genügt

Also probierte ich die Zubereitung in einem einfachen Gurkenglas. Ich stellte mich darauf ein, mehrere Versuche zu machen, den Deckel mittels mehrerer Lochungen optimal zu präparieren. Den ersten Versuch unternahm ich dann allerdings ohne jede Lochung. Wenn das Glas dem Druck nicht standhalten würde, Pech gehabt! Dann würde ich mich halt ans Optimum heran tasten müssen…

Doch siehe da: Schon der erste Versuch, ohne jegliches Loch im Deckel, verschlossen, aber nicht 100%ig stramm, führte zum gewünschten Ergebnis.
Die Konsistenz, die mittels Kochbeutelzubereitung entsteht, war mir ja bekannt. Von daher kann ich sagen: absolut gleichwertig! In Zukunft koche ich Seitan nur noch im Glas!

Und so einfach ist die Zubereitung

Für die Zubereitung des Teigs nehme ich:

200 Gramm Gluten
200 ml Brühe
2 El Sojasoße
2 Tl Okonomi-Sauce (süß-saure Soße – man könnte z.B. auch mal Worcestershiresauce probieren)
Gewürze

Das ergibt ca. 450 Gramm Seitanteig, den ich anschließend rolle und in Scheiben schneide. Die Schnetzel gebe ich in ein mittelgroßes Gurkenglas (Füllmenge 970 Gramm – ca. 1 Liter). Das Glas fülle ich mit 500 ml Brühe auf, samt Gewürzen, Sojasoße, einer Zwiebel und Knoblauch und schließe es mit dem Deckel ab. Das Glas ist dann zu 4/5 gefüllt, bis zum Knick ab dem es sich verjüngt. Zum Kochen im Wasserbad fülle ich den Topf bis auf die Höhe des Glasinhalts mit Wasser auf. Nach ca. 40 Minuten sind die Seitanschnitzel gar.

Falls das Geklapper nerven sollte, wenn das Glas im Topf zu tänzeln beginnt: Ich leg einfach etwas darunter, zum Beispiel Streifen vom Poree, das dämpft es effektiv ab.

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11 Kommentare zu Seitan selber machen: Seitan im Glas

  1. Alex sagt:

    Guter Tipp!

    Wie lange hält sich das selbst hergestellte Seitan im Kühlschrank? Hast du dafür Erfahrungswerte?

    Alex

  2. Claudia Klinger sagt:

    Ich hab fertig gekochten Seitan im Kühlschrank schon ca. 10 Tage in Brühe stehen lassen und verwendet. Wenn ich Seitan in Beuteln koche, dann friere ich diese ein – in einem 3- oder 4-Sterne-Fach sollten sie so Monate lang halten.

    Im Glas könnte man auch noch versuchen, den fertigen Seitan „einzumachen“ – also ein fest verschlossenes Vakuum entstehen zu lassen. Das sollte dann sehr lange halten, schließlich gibts auch Hähnchensuppenfleisch in Brühe auf diese Art (ich werde da mal in einem Supermarkt aufs Haltbarkeitsdatum schauen…).

  3. Christina sagt:

    Hallo,

    wenn ich Seitan koche, dann auch immer im Glas – und meistens dann direkt mehrere Gläser auf Vorrat. Ich nehm dafür so klassische Marmeladeneinmachgläser und in denen entsteht durch das Kochen dann das von euch angesprochene Vakuum. Der Seitan bleibt somit eigentlich ewig haltbar und ich finde er wird sogar besonders aromatisch, da er ja die ganze Zeit im Sud bleibt. Die längste Zeit die so ein Glas bei mir gelagert hat war ungefähr ein halbes Jahr und der Seitan war danach noch vollkommen in Ordnung :)

  4. Pingback: Erste Experimente mit Seitan | Die Beutelteufelin

  5. Miriam sagt:

    Finde die Idee Seitan im Glas zu kochen super! Christina, wie genau stellst du das Vakuum her? drehst du die Marmeladengläserdeckel richtig fest zu?
    Das wäre für mich die spannendste Alternative: einmal Großaktion und Sauerei in der Küche (das Gluten ist ja schon der Hammer, wenn man mal versucht Mehlreste wieder von diversen Dingen zu entfernen) und auf Vorrat Seitan :)

  6. Miriam sagt:

    So, jetzt habe ich mal Seitan im Glas gekocht, gleich im Einmachglas, damit es gleich eingekocht ist. Den Sud habe ich vorher durch den Blender gejagt, dadurch ist er sehr sämig geworden, bin mal gespannt…

  7. Bjorn sagt:

    Hallo Claudia,

    tausend Dank für deine Anleitung(en). Das mit den Gläsern hat sehr gut funktioniert – so einfach; dank deines Links habe ich den Seitan gleich selber aus Mehl+Wasser herstellen können. Viele Grüße, Bjorn.

  8. Ela sagt:

    Den Seitan im Glas zu kochen ist ein Super Tipp. Hatte auch die Vermutung dass er sich im Vakuum länger hält und ich zumindest meine Monatsration an einen Tag zu machen. Jetzt gerade mache ich meinen ersten Seitan selbst. Bin schon ganz gespannt ob ich wohl genug gewürzt habe. Statt Konblauch habe ich mal Ingwet probiert. Muss der Seitan eigentlich die ganze Zeit auf höchster Stufe kochen oder dreht man ihn auf mittlerer Stufe?

  9. @Ela: es reicht, wenn das Wasser „köchelt“….

    Und wie ist dein Seitan geraten?

  10. Ela sagt:

    Er hat leider noch viele Luftlöcher und ist von der Konsistenz her sehr Gummiartig. Aber in Punkto Geschmack hab ich das schon sehr gut hinbekommen. Im Teig selbst hatte ich Kurkuma, Paprika, Gemüsebrühe und ein Asiatisches Gewürz, um Sud dann Sojasoße, Zwiebeln und ein Stück Ingwer.
    Der Seitan, den ich bislang gekauft hatte, war mehr faserig. Werde beim nächsten Mal Wasser und Mehl nach und nach im Wechsel hinzufügen. Vielleicht kann ich so die Luftblasen vermeiden.

  11. Leonard sagt:

    Super Idee mit dem Glas, klasse! Ich hatte gerade genau danach gesucht. Werde das testen.

    Danke! :)

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