Heute hab mich eine engagierte Tierfreundin auf eine Dokumentation über Bioschweine hingewiesen, das ich Euch nicht vorenthalten will. Das informative Video wird auch nicht ins Horrorkabinett abgeschoben, denn es geht um einen Kernsatz vieler, die heute „flexitarisch“ leben: „Wenn schon Fleisch, dann nur BIO, denn die Tiere hatten immerhin ein gutes Leben“.

Wie dieses „gute Leben“ in den meisten Fällen aussieht, zeigt der nur sieben Minuten lange Film „Das Leben der Bioschweine“

Mit dem Märchen von glücklichen Tieren auf der grünen Wiese haben die realen Haltungsbedingungen gemäß EU-Öko-Verordnung nichts gemein: Bioschweinemütter werden in enge Abferkelbuchten gesperrt und stehen teilweise im tierquälerischen Kastenstand, die „Ausläufe“ für Bioschweine sind oftmals enge Betonbuchten. Die Tiere leben in ihrem eigenen Kot, ihr Sterben ist grausam und tierquälerisch wie das ihrer „konventionellen“ Artgenossen auch. (Mehr dazu auf www.biowahrheit.de).

Bloß weils so lecker ist?

Wer also gelegentlich seinen Appetit auf Fleisch nicht mit pflanzlichen Eiweiß-Varianten stillen kann oder will, sollte auch Biofleisch links liegen lassen. Jedenfalls dann, wenn er/sie tierfreundlich motiviert ist und nicht für den bloßen Gaumenkitzel jede Menge Tierleid in Kauf nehmen möchte.

Zumindest sollte man sich im Einzelfall genau informieren (vielleicht kennt man ja einen der im Film genannten „Exoten“, die frei laufende Tiere aufziehen). Nurmehr Wild, Schaf oder Fleisch von frei lebenden Rindern ist ja auch eine „Linie“, auf die man sich zurück ziehen kann, wenn voll vegetarisch oder gar vegan nicht gewollt wird oder nicht zu schaffen ist.

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Über Claudia Klinger

Unverbissen Vegetarisch gibts auch auf Facebook (ich freu mich über jedes "´Like"!) Mit allgemeinen Themen findet man mich auf meinem seit 1999 aktiven Digital Diary. Und Veggie-News gibts auf Twitter.com/unverbissen.
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11 Kommentare zu Vergesst Bioschweine! Sie haben es NICHT viel besser.

  1. In den achtziger Jahren in der Toskana hatte ich folgendes Erlebnis:
    Mein Nachbar musste aus irgendeinem Grunde ein kleines Ferkel in seiner Küche großziehen. Diese sinnliche Wahrnehmung des Schweins oder der Sau war für mich umstürzend: Kein reinlicheres Tier als die Sau, dachte ich instantan!:- das Tier schiss, wie die Katze, vornehmlich an derselben Stelle, man konnte mit dem Tier schmusen wie mit einem Hund oder einer Katze, und streichelte ich es, antwortete es prompt mit einem fast menschlichem Grunzen.
    Mehr kann ich zu diesem Video nicht sagen.

  2. Die Bio-Schweine haben womöglich nicht so viel Chemie intus? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ziemlich egoistisch zur Vegetarierin wurde. Das Mitgefühls für die Mit-Kreaturen ist erst erwacht, als ich mich schon fleischlos ernährte. Ich wurde immer feinfühliger und konnte plötzlich die Todesangst der Tiere spüren, die ich gegessen habe – und das war ziemlich unangenehm für MICH. Deshalb habe ich es nicht mehr gegessen. Und erst mit wachsender Sensibilität war es für mich plötzlich undenkbar, dass ein anderes Wesen dafür sterben muss, damit ich Nahrung habe – obwohl es genügend gibt, das nicht erlegt werden muss. Und zu den Bio-Schweinen – die Todesangst steckt dennoch im Fleisch oder aus Sicht des Tieres: sterben muss ich dennoch, damit ich auf Euren Teller komme, genau…!

  3. Biohias sagt:

    Ich finde es schade das hier gegenüber Bioschweinen solche vorurteile gehegt werden.
    ich habe einen nagelneuen stall gebaut in dem die schweine
    einen befestigten auslauf, eingestreute liegekisten und
    kurzum ein schönes leben haben!!
    Ganz ohne matsch o.ä.
    ohne spalten
    ohne gentechnik
    ohne präventiv antibiotika
    wollte damit nur sagen das es überall schwarze schafe gibt.
    mfg

  4. Claudia sagt:

    Hallo Biohias:

    ich lade dich ein, deine Bio-Schweinehaltung hier vorzustellen. Entweder in Gestalt eines Gastartikels ODER gern auch als bebildertes Interview.

    Falls Interesse, schreib mir an die im Impressum angegebene Adresse: http://www.unverbissen-vegetarisch.de/impressum/

  5. Eva sagt:

    Bioschwein ist nicht gleich Bioschwein und Bio-Ei nicht gleich Bio-Ei. Am besten ist, man kennt den Landwirt persönlich und weiß, wie er mit seinen Tieren umgeht und wie er schlachtet/schlachten lässt. Kürzlich sah ich im Fernsehen einen Film über Schweine, die in einem Eichenwald leben durften – das hat mir gefallen. Doch natürlich ist diese extensive Art der Haltung teuer und die Möglichkeit hat nicht jeder Landwirt – nicht zuletzt, weil seine Kunden nicht den entsprechenden Preis bezahlen wollen. Ich finde den Trend zu weniger Fleisch grundsätzlich gut. Und wenn Fleisch, dann lieber mal etwas mehr ausgeben für Biofleisch und/oder Fleisch aus möglichst artgerechter Haltung – dieses Fleisch als etwas besonderes schätzen – und dafür woanders sparen.

  6. Biohias sagt:

    Hallo Claudia, freut mich das es euch interessiert.
    hab nur leider im moment zu wenig zeit aber ich werd die
    schweindal demnächst mal vorstellen;_))

  7. Anna sagt:

    Was soll man dazu sagen? Ich bin wirklich sprachlos und mein Gesicht ist tränenverschmiert.
    Es ist so schrecklich… ich weiß schon wieso ich Vegetarier bin und Veganer werden möchte! So ein Video kann einen nicht kalt lassen!
    Es ist babarisch, ekelhaft und grauenhaft.
    Wir Menschen töten andere Lebewesen um etwas zu essen. Sowas kann man ja nachvollziehen in der Eiszeit, oder was weiß ich, wo es bei dem Ganzen noch ums Überleben geht!
    Aber das… ist einfach nur egoistisch und furchteregend.
    Meine tolle Familie musste eben auch noch einen Weihnachtsbraten verzehren -.-

  8. S. Jakob sagt:

    Nach über 30 Jahren Tierschutzaktivität sind mir solche Bilder aus der KZ-Haltung bekannt. Dass Biohaltung nicht immer optimal ist, war mir schon länger klar, aber dieses Video hat ich doch entsetzt. Es ist die Bequemlichkeit der Menschen, die sich lieber auf Labels und nette Fotos verlassen als selbst vor Ort zu den jeweiligen Bauern zu fahren und sich mit eigenen Augen von der Haltung der Tiere zu überzeugen. Es gibt aber dennoch viele Bauern die ihre Tiere wirklich gut halten, sodass es jedes Tierschützerherz erfreut. Da wäre z. B. „Herrmannsdorfer“ oder „Meine kleine Farm.de“. Nebenbei bemerkt: Nicht jeder kann aus gesundheitl. Gründen Vegearier werden. Ich selbst habe es über 4 Jahre lang versucht mußte aber wegen eines Ferritinmangels 7x im Monat mit Eisen gespritzt werden, weil ich auf die Ersatzmittel wie Eisenblut etc. mit entsetzlichen Magenkrämpfen reagierte. Mein damaliger Arzt, selbst Veganer, riet mir, wenigstens 1xwöchentl. ein Stück Biofleisch zu essen. Und seitdem ich das wieder mache, ist auch mein Eisenspiele völlig normal. Wie bei allem im Leben, gibt es keine „Normen“ für Alle! Aber wenn schon Fleisch oder Wurstwaren, dann von wirklich supergut gehaltenen Tieren und das hat dann auch seinen Preis. Wenn man das wie früher handhaben würde, einmal die Woche Fleisch zu essen, wäre das Thema tierquälerische Massentierhaltung oder tierquälerische Biohaltung überhaupt kein Thema! Dass zuviel Fleischkonsum den Menschen krank macht, weiß man längst. Aber das weiß an ja von Zigaretten auch und trotzdem wird weiter gepafft…. Der Mensch lernt nur, wenn es ihm selbst an den Kragen geht. Solange werden die verantwortlichen Konsumenten sich die Mühe machen und die Stätte der Tierhaltung selbst beäugen müssen um sicher gehen zu können, das Richtige zu kaufen und zu essen.

  9. Biohias sagt:

    Hier gäbs ein paar Bilder zu unsrem Bio Schweinestall:
    http://imageshack.us/g/838/26022012018.jpg/

    ich möchte mich entschuldigen das es so lange gedauert hat.
    In der Landwirtschaft hat man eben keinen 8 stunden tag ;_()

  10. Sehr geehrte Frau Klinger,
    Sehr geehrte Interessierte,

    die Aussage “ Bioschweine! Sie haben es NICHT viel besser. “ kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen.

    Wir haben seit einigen Jahren eine ca. 90 Tiere große Herde von Rotbunten Husumer Landschweinen bei uns auf dem Hof.
    Gerne hätte ich hier ein paar Bilder eingestellt doch das hat nicht geklappt Daher der Link

    Gerne stelle ich noch mehr Informationen zur Verfügung

    Bei Interesse können Sie mir gerne mailen unter Info@Hockmannshof.de

  11. Claudia sagt:

    @Heinrich: um einen Link hier in die Kommentare zu posten, müssen Sie einfach nur die Web-Adresse, bzw. URL (=das, was oben in der Adresszeile steht, wenn Sie eine Seite betrachten) hier hin kopieren:

    z.B. direkt zu den Bio-Schweinen:

    http://www.hockmannshof.de/Rotbuntes-Husumer-Landschwein.html

    Ich habe mir erlaubt, Ihren Fehlversuch zu löschen.

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