Seit ich mich „fast-vegan“ ernähre, kommen mir immer mal wieder Kindheitserinnerungen an lange vergessene Geschmackserlebnisse. Zum Beispiel an die „gebrannte Grießsuppe“, die es im großelterlichen Drei-Generationen-Haushalt öfter gab. Doch schon mit fünf, als meine Eltern mit mir nach Hessen umzogen, verschwand diese Suppe aus meinem Leben – wie ja die meisten Getreide-Zubereitungen aus der „Normalküche“ verschwunden sind, mal von Nudeln abgesehen.

Heute experimentieren Veggies gern mit Pseudo-Getreiden wie Quinoa, Buchweizen oder Amaranth. Müsli hat fast jeder zuhause und Polenta (Maisgries) erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Aber einfacher Weizengrieß, das hierzulande wächst und z.B. in der schwäbischen Alltagsküche seinen festen Platz hatte, ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Zu einfach, zu billig, nix Besonderes? Keine Ahnung, jedenfalls hab‘ ich mich an den herzhaften und irgendwie Magen- und Seelen-tröstenden Geschmack der „gebrannten Grießsuppe“ erinnert und es heute einfach mal probiert. Die konnte schließlich sogar mein Opa kochen, der sich sonst aus der Küche heraus gehalten hat.

Hier also meine schwäbische Grießsuppe, veganisiert:

Für 2 Portionen:

30 g Hartweizengrieß
15 g pflanzliche Margarine (z.B. Alsan)
½ Liter Gemüsebrühe (z.B. Knorr Bouillon pur)
1 Prise Muskat
gehackte Petersilie und/oder Schnittlauch

Die Margarine lässt man im Topf schmelzen und gibt dann den Grieß dazu. Verrühren und so lange weiter rühren, bis der Grieß richtig Farbe angenommen hat. Dann mit der Gemüsebrühe aufgießen und 10 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Mit Muskat abschmecken, die grünen Kräuter darüber streuen, evtl. mit ein paar Tropfen Sojasahne verzieren (kann man auch bleiben lassen). Fertig!

Man kann die Suppe natürlich noch weiter aufpeppen, z.B. gebratene Räuchertofu-Würfel dazu geben. Aber mir schmeckt sie genau in dieser Einfachheit – und man wird richtig satt!

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Über Claudia Klinger

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3 Kommentare zu Gebrannte Grießsuppe – eine schwäbische Kindheitserinnerung

  1. Solche Blogs wie diesen kann es gar nicht genug geben!
    Toll, danke! Ich möchte auch in diese Richtung vorstoßen und nach und nach immer weniger vom Tier verwenden. Die Ergebnisse sind doch erstaunlich lecker!
    Liebe Grüße aus dem Norden
    Yael

  2. Hoffmann sagt:

    Danke, das werde ich demnächst testen.

    Übrigens ist auch die Margarine von Deli Reform vegan. Billiger als Alsan und überall zu haben.

  3. Gudrun sagt:

    Hmmm, danke für dieses schlichte Rezept! Klingt ganz ähnlich wie die „geröstete Grießsuppe“ meiner Urgroßmutter, die auch meine Mutter noch gelegentlich kochte. Muss ich unbedingt mal ausprobieren!

    Übrigens hab ich bei der Blog-EM für dich gestimmt und freue mich, dass du im Halbfinale bist! Sieht derzeit gut aus fürs Finale. Toi toi toi!

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