Da das Winterhalbjahr vor der Tür steht und jetzt leider Schluss ist mit Gemüse aus dem eigenen Garten, hab‘ ich mir gestern Kressesiebe und Sprossensamen bestellt. Drauf‘ gekommen bin ich über diverse Artikel, die die unglaublich gesunden Inhaltsstoffe der Kreuzblütler rühmen, zuvorderst von Broccoli, aber auch von anderen Kohlsorten sowie Ruccula, Radieschen und Rettich.

Broccoli erscheint mittlerweile fast als Heilpflanze: Für Veggies besonders toll ist der hohe Kalziumgehalt, der fast fünfmal so groß ist wie der des Blumenkohls. Auch bei Karotin, Eisen und Vitamin C toppt Broccoli den Blumenkohl deutlich, wobei letzteres allerdings wasserlöslich ist – man sollte den Broccoli also nur kurz dämpfen. Weitere enthaltene Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor und Zink, sowie die Vitamine B1, B2, B6 und E sind auch noch lange nicht alles, womit Broccoli der Gesundheit dient. Es gibt verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, die die positive Wirkung der sekundären Planzenstoffe als Krebsschutz und zur Stärkung des Immunsystems nachweisen – ich bin wirklich beeindruckt!

Sprossen sind gehaltvoller als das Gemüse

Da viele dieser gesundheitswirksamen Stoffe durch Koch- und Brat-Vorgänge beschädigt werden, aber wohl kaum jemand rohen Broccoli essen mag, kam ich beim weiter surfen quer durch das Thema schnell auf die Sprossen. Dazu fand ich den sehr lesenswerten Artikel „Brokkolikeimlinge als Immunverstärker“, in dem es heißt:

Das im Brokkoli enthaltene Senföl wird auch Sulforaphan genannt, es ist für eine krebshemmende Wirkung bekannt. In verschiedenen Studien konnte mit dem Stoff Sulforaphan eine positive Wirkung auf Krebszellen bei Tierversuchen festgestellt werden können. Es ist allerdings noch nicht klar, ob die benötigte Menge des Stoffs durch die Nahrung gedeckt werden kann. Der Anteil vom Sulforaphan ist in Keimlingen 10 – 100 fach höher [Hervorhebung von mir], als bei einer ausgewachsenen Pflanze. Wissenschaftler der Johns Hopkins University in Baltimore haben nun entdeckt, dass Brokkoli auch Lungenpatienten helfen kann: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD bessert sich unter dem Einfluss von Sulforaphan, einem stark antioxidativen Pflanzenstoff in Brokkoli.

Das Ganze scheint in Sachen Broccoli nicht auf einen der zahlreichen „Nahrungsergänzungs-Hypes“ fraglicher Glaubwürdigkeit hinaus zu laufen. Auf der Webseite des Universitätsklinikums Heidelberg wenden sich Forscher sogar an die Öffentlichkeit, um die bisherigen Ergebnisse ihrer Studien mit Sulforaphan bekannt zu machen. Zitat:

Sulforaphan gibt es als Reinsubstanz noch nicht als Medikament zu kaufen. Man kann jedoch Sulforaphan über die Ernährung in therapeutisch wirksamen Dosen aufnehmen. In einer Ernährungsstudie bei Patienten mit Prostatakrebs wurde gefunden, dass der häufige Verzehr von Brokkoli oder Blumenkohl (3-5 Portionen in der Woche) bei einigen Patienten die Streuung des Tumors um 50% verringern konnte. In weiteren epidemiologischen Studien wurde die krebsvorbeugende Wirkung von Kohlgemüse nachgewiesen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Sulforaphan und seine Verwandten gegen Entzündungen und Infektionen mit Bakterien und Viren helfen und das Tumorwachstum hemmen. Ebenso zeigen neueste Daten eine positive Beeinflussung der Darmflora durch Blumenkohl und Brokkoli.

Wow, was für ein Wundergemüse! Und die Sprossen enthalten MEHR von allem, zudem kann man sie ROH verzehren. Mal schauen, ob ich eine regelmäßige Sprossenzucht in meinen Alltag integrieren kann – lohnenswert erscheint es auf jeden Fall!

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Siehe dazu auch die Pflanzen-Monographie von Peter Kaufhold.

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Über Claudia Klinger

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Ein Kommentar zu Supergesund: Broccoli- und andere Sprossen, sowie Kreuzblütler-Gemüse

  1. Hallo Claudia,
    ich habe Dir den Liebster Blogaward verliehen und würde mich freuen, wenn Du ihn annimmst!
    http://seeingwolves.blogspot.de/2012/10/blogaward-liebster-award.html
    Liebe Grüße,
    thewickedwitchofthewest

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