Erst im Dezember 2012 hab‘ ich diese Dosen mit preiswerten Seitan-Varianten („Fleisch“ aus Weizengluten) entdeckt: „Muck Duck“ und „Muck Chicken“ entstammen der asiatischen Küche und sind dort schon lange in Gebrauch. Ein Produkttest auf Einfach-vegan-leben hat mir dann richtig Appetit gemacht. Zudem sind die Dosen preiswert, vier mal 280 Gramm kosten bei AMAZON nur 6,68 Euro – ich hab‘ mir also gleich mal welche bestellt, sowohl das „Huhn“ als auch die „Ente“.

Schon vor Weihnachten probierte ich dann die beiden „Geflügel“-Versionen aus – und war und bin so angetan, dass ich mir gleich noch einen Karton voll dieser Dosen nachbestellte! Diesmal auch die dritte Variante „Mock Abalone“, die „falsche Seeschnecke“, über die ich berichten werde, sobald ich dazu gekommen bin, sie zu probieren. Ausführlich hab‘ ich mich bis jetzt allerdings nur mit der „Ente“ beschäftigt, das „Mock Chicken“ nur mal kurz und unspektakulär gewürzt und angebraten: Auch gut, aber ein wenig anders als „Mock Duck“.

Ente und Huhn: Konsistenz und Geschmack

Wie man auf den Dosenbildern sieht, haben die Macher dieser Produkte durch einen Sieb-Aufdruck sogar die Geflügel-Haut optisch nachempfunden. Für mich hätte es das nicht gebraucht, gestört hat es mich aber auch nicht. Die Flüssigkeit, in der das Fakefleisch schwimmt, besteht aus Wasser, Sojasoße und Sojabohnenöl, auch Zucker ist drin, was den leicht süßlichen Geschmack ergibt. Ich hab‘ sie lieber weggeschüttet und meine eigenen Soßen dazu gekocht.

Die Konsistenz der tatsächlich Geflügefleisch-ähnlichen Stücke ist beeindruckend: fein, sogar ein wenig faserig – auf der Dose steht, es sei gebratener“ Seitan, irgendwo las ich, er sei frittiert. Beides kann ich mir nicht so recht vorstellen, denn meine Versuche, den Seitanteig zu braten (oder im Ofen zu schmoren) ergaben gummi-artige, kaum essbare Ergebnisse. Falls jemand eine gute Theorie hat, wie man per Eigenherstellung zu einer derart angenehmen Konsistenz kommt, freue ich mich über jeden Tipp!

Wie immer hat jeder Vorteil auch einen Nachteil: manchem mögen die Seitan-Stücke zu weich vorkommen, mir kommt das eher entgegen. Vermeiden lässt sich allzu große „Labberichkeit“, indem man sie nach dem Würzen oder Marinieren scharf anbrät, dann noch ca. 5 bis 10 Minuten auf kleiner Flamme weiter brät, und sie am besten noch erkalten und ein wenig herum stehen lässt, bevor man sie dann zum Essen nochmal erhitzt und zusammen mit einer extra produzierten Soßé serviert.

Die Mock-Duck-Stücke schmecken schon direkt aus der Dose angenehm und leicht würzig – geht wenn man faul ist auch auf Brot mit Senf! Noch viel besser wird es aber nach dem Anbraten: dafür hab ich die größten Stücke zerteilt und das ganze ein paar Stunden in einer Marinade aus Olivenöl, Pfeffer, Salz, Paprika und klein geschnittenenen Zwiebeln mariniert.

An Weihnachten gab es bei mir also die klassiche „Ente“ in Bratensoße mit Rotkraut und Klößen, gestern dann eine Variante mit süß-sauer-Soße bzw. Gemüse, Ananas und Reis. Beides hat großartig geschmeckt und meine Gäste waren sehr angetan! Allerdings: den originalen, sehr spezifischen Huhn- bzw- Enten-Geschmack (den es tatsächlich gibt!) hat Seitan natürlich nicht. Aber man vermisst ihn auch nicht, wenn man das Pseudo-Fleisch in wirklich tollen Soßen serviert. Ich empfehle, das Gericht nicht „Ente als ob“ anzukündigen, dann wird dieser Vergleich gar nicht erst angestellt und niemandem wird etwas fehlen.

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Wu Chung Mock Ente, vegetarisch, 4er Pack (4 x 280 g) (Werbe-Link);

Wu Chung Mock Huhn, vegetarisch, 4er Pack (4 x 290 g) (dito);
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Rezepte und Erfahrungen:

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Über Claudia Klinger

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7 Antworten auf Mock Duck, Mock Chicken – „Ente“ und „Huhn“ vegan

  1. Ich habe die Mock Duck auch schon probiert und auch darüber berichtet. Ich bin auch sehr begeistert von der Konsistenz!!
    Ich finde, in der Eigenherstellung von Seitan wird die Konsistenz besser, wenn man Tofu zu den flüssigen Zutaten gibt und diese dann vorm Mischen einmal kräftig püriert.

  2. Claudia Klinger sagt:

    Danke für den Tipp! Werde ich mal probieren…

    Auch mein erster Versuch mit Kochbeuteln, aber fast OHNE zusätzliche Flüssigkeit (sondern nur Marinade) hat die Konsistenz schon mal verbessert – da werde ich auch noch weiter experimentieren.

  3. Henning sagt:

    Mock Duck hab ich auch neulich probiert. Fand aber Vantastic Foods VEGGIE BBQ-ENTE noch leckerer… letztere gab’s als die Familie richtige Enge aß. Zusammen mit einer dunklen Rotweinsoße, Kartoffelknödel und Apfelmus seeeehr lecker und von der Konsistenz echt beeindruckend.

  4. Pingback: Mock Duck – falsche Ente süßsauer » Unverbissen vegetarisch

  5. Carlos9247 sagt:

    Ehrlich gesagt fand ich dieses Mock Chicken zunächst wirklich widerlich. Auch nachdem ich es gebraten hatte. Dann habe ich es mal anders probiert und nur das Gluten genommen und den restlichen Inhalt der Dose bei Seite gestellt, das Gluten in kleine Streifen geschnitten und mit Gemüse und etwas Sojasauce angebraten. Dazu asiatische Nudeln – siehe da, es war lecker. Hat genauso geschmeckt, wie bei meinen Kommilitonen aus China, als ich noch Allesfresser war und öfter bei ihnen mit gegessen habe.

  6. Claudia sagt:

    @Carlos: ich bin erst gar nicht auf die Idee gekommen, diese süßliche Soße zu verwenden. Das MockDuck finde ich immer noch so klasse, dass ich es lieber mag als selbst gemachten Seitan. Sowohl bei selbstgemachtem als auch in DE gekauftem Seitan hat man immer den Seitan-Geschmack (nicht schlecht, aber entbehrlich…) dabei. Den Chinesen gelingt das Wunder, das komplett wegzubekommen – würde mich wirklich interessieren, wie sie das schaffen! Auch die Konsistenz ist einfach toll, nach dem (separaten) Anbraten perfekt.

  7. Pingback: Vegane Ernährung: Vom sanften Zwang, ständig zu kochen » Unverbissen vegetarisch

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