Von Tempeh hatte ich zwar schon öfter gehört und gelesen, doch hatten mich die Berichte nicht unbedingt motiviert, es auszuprobieren. Als ich dann kürzlich von Wakame-Algen unerwartet schwer begeistert war, stieg meine Bereitschaft, Unbekanntes zu erkunden, gleich wieder deutlich an – und Tempeh bekam seine Chance!

Tempehstreifen, mariniert

Tempeh ist ein vollwertiges, fermentiertes Sojaprodukt, das in Deutschland genau wie die Algen hauptsächlich in der makrobiotischen Küche Verwendung findet. Es wird hergestellt, indem man geschälte Sojabohnen kocht, mit einem Edelschimmelpilz (Rhizopus oligosporus) impft und die Masse dann bei 30 bis 35 Grad fermentieren lässt. Der Pilz „umgarnt“ die Sojabohnen mit einem dicken Myzel, so dass sie zu einem festen Block werden, den man dann in Scheiben oder Würfel schneiden kann.

Marinated Tempeh – Smoky Maple Bacon

In manchen Bio-Läden und im Vegan-Versand gibt es Tempeh „natur“, aber auch in gewürzter bzw. marinierter Form. Für den Anfang hab‘ ich eine Packung „Marinated Tempeh – Smoky Maple Bacon“ probiert, die mir bei meinem ersten Besuch im VEGANZ (ein neuer, komplett veganer Supermarkt in meiner Nähe) aufgefallen ist. Schließlich schmeckt mir geräucherter und gut gewürzter Tofu auch besser als die Natur-Variante. Auf der Packung sah‘ das auch sehr appetitlich aus:

Tempeh - Fertigpackung

Die Packung enthält weiß-nicht-mehr-wieviele Tempeh-Streifen, die man nur noch anbraten muss. Ich probierte ein Stückchen direkt aus der Packung und beschloss, sie mit Pfeffer und Sojasoße noch etwas nachzuwürzen. Dann kamen sie in die Pfanne, wo sie recht schnellt bräunten. Mit ebenfalls gebratenen Zwiebeln richtete ich sie auf Brot an, zusammen mit Gürkchen und Ketchup.

Tempeh gebraten

Und der Geschmack?

Nun ja… der Name führt jedenfalls in die Irre. Weder schmeckt man was von „geräuchert“, noch hat es irgend eine geschmackliche Ähnlichkeit mit Schinken. Wie auch die anderen Sojaprodukte schmeckt Tempeh nach dem, was man an Gewürzen dazu gibt, ABER: die Konsistenz ist deutlich anders, dieser „Bohnenkuchen“ lässt die Zunge einfach nicht vergessen, dass er ein seltsames, aus Bohnen zusammen gepresstes Etwas ist, das auch leicht wieder auseinander bröckelt. Wobei „aus Bohnen“ nicht meint, dass es nach Bohnen schmeckt (ich MAG Bohnen!) – stellt Euch einen kompakten Block aus Zuckermais-Körnern vor, nur ohne Süße und etwas fester: so fühlt sich Tempeh an.

Für mich ist diese Konsistenz eher gewöhnungsbefürftig, eigentlich glatt abturnend. Und ich kann mir auch keine Zubereitung denken, die das kaschiert. Daher pfeiffe ich gerne auf „vollwertig“ und esse zigmal lieber ein Steak aus texturiertem Soja’fleisch‘, als dass ich nochmal Tempeh kaufe!

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Über Claudia Klinger

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6 Kommentare zu Tempeh – mein erster Test

  1. Christiane sagt:

    ich kann dem Tempeh bis jetzt auch noch nicht so richtig was abgewinnen, habe ihn, glaube ich, inzwischen 3 x probiert und es erstmal aufgegeben. Aber irgendwann probier ich ihn doch nochmal. Vielleicht liegt’s ja nur an der Art der Zubereitung? Ähnlich wie beim Tofu?

  2. Inge sagt:

    Meine Erfahrung mit Tempeh ist: schmeckt einfach lecker! Am besten schmeckt er mir krokant bereitet. Ich verwende Tempeh natur und am liebsten esse ich dann Tempeh Kering, ein indonesisches Rezept. In letzter Zeit ziehe ich Tempeh dem Tofu vor, da Tempeh im Gegensatz zu Tofu ein fermentiertes Produkt ist und daher bekömmlicher. Vielleicht bekommt der Tempeh noch eine Chance?

  3. Heike sagt:

    Ja, gib ihm echt noch eine Chance.
    Zum Beispiel hiermit:
    http://vebu.de/lifestyle/essen-a-trinken/rezepte/1743-marinierter-tempeh-an-gemuese

    Er ist wirklich sehr viel wertvoller als Tofu.

  4. Anna Scheerbart sagt:

    Tempeh ist sehr gesund und man sollte ihn/es einfach als das essen, was es ist: Tempeh.
    Was die Zubereitung angeht hat Inge schon den richtigen Tipp: CROSS. Man schneide ganz dünne Scheiben ab (1mm). Erhitze Öl, z.B. Erdnussöl oder Kokosfett sehr heiss und dann vorsichtig die Scheiben pur hineingleiten lassen. Man kann hauchfeine Knoblauchscheiben dazu geben. Das ganze so lange braten, bis alles braun-dunkelbraun ist, eventuell auf einem Küchentuch abtropfen lassen/bzw. entölen, dann erst salzen und zu Salat und Nudeln reichen.
    Wir verwenden übrigens gar keine Käse- und Wurst-Fake-Produkte und nehmen den Tempeh dann manchmal als knusprige Komponente für Salat und Nudeln.
    Zweite Variante: Hauchfeinen Tempeh zum „Bedecken“ von Aufläufen. Mit Öl beträufeln und in den Backofen.

    Für meinen Geschmack sollte es immer hauchfein sein, wobei ich auch schon kleine Würfelchen gemacht habe, die auch gut ankamen. Immer erst kurz vor dem servieren salzen.

    Es gibt sicher noch andere Varianten, aber diese nutzen wir. Wir kaufen übrigens immer den Tempeh in Wurstform, aber da es in unserem Bioladen nur den einen gibt, weiss ich gerade nicht die Marke. In Asialäden gibt es Tempeh erheblich günstiger, doch manchmal ist dieser nicht so gut durchgereift und schmeckt dann auch sehr anders. Es lohnt also, etwas zu experimentieren!

    Cheers Anna

  5. Karla Kolumna sagt:

    hab‘
    sah‘

    Ne, also so geht das nicht. Das sind Deppenapostrophen. Bitte einfach weglassen, wenn man nicht weiß, wie ein Apostroph aussieht und wie man ihn korrekt verwendet. Das da oben geht jedenfalls gar nicht. Weder gehört da ein Apostroph hin, noch sind einfache Anführungszeichen Apostrophe!

  6. Claudia sagt:

    Und was hast du jetzt von dieser Belehrung? Wie immer du das nennst, für mich ist „hab“ unvollständig. Deshalb das Stellvertreterzeichen.

    Wenn du übrigens gerne an Rechtschreibung herum mäkelst, sind andere Seiten garantiert ergiebiger!

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