Natürlich heißen sie nicht „Parmesan“, sondern „Parmezzano“ und „Jezzano“. Anders als die Hersteller, die sich mit den Namen ihrer Produkte an weiß-nicht-wieviel Vorschriften halten müssen, darf ich als Bloggerin jedoch umgangssprachlich von „veganem Parmesan“ sprechen. Und darum gehts mir ja auch: eine pflanzliche Alternative zum bekannten italienischen Streukäse – kann es sie überhaupt geben?

Parmazano

Nah dran: Parmazano, der Verschwundene

Im Veganversand hatte ich einst den Parmazano entdeckt und mehrfach gekauft. Dass er plötzlich nicht mehr erhältlich war und weit und breit keine Alternative in Sicht, motivierte mich zu einer kleinen Recherche. Diese ergab, dass der Parmazano Opfer eines Milchprodukte-Konzerns geworden war, der den Hersteller aufkaufte und die vegane Alternative – wen wundert’s – gleich mal aus dem Programm genommem hat. Das einzige Alternativprodukt namens „Parma“ (aus Walnüssen, Nährhefe und Himalaya-Salz) war von anderen Bloggern derart negativ besprochen worden, dass ich ihn gar nicht erst probierte. Nur drei Zutaten machen halt keinen Parmesan, eigentlich logisch!

Die Neuen: Parmezzano und Jezzano

Zum Glück hat sich mittlerweile einiges getan. Zuerst fand ich in einem Vegan-Laden den „Parmezzano“ von Vantastic Foods, der vom Verpackungsstil und auch ansonsten dem Parmazzano zumindest ähnelt. Und als ich kürzlich ein Paket mit Warenproben von Vegourmet zugeschickt bekam (herzlichen Dank!), war zu meinem Erstaunen auch eine Parmesan-Alternative dabei: der „Jeezano“ – nicht im Papp-Streuer, sondern in einem gläsernen Schraubglas. Hier hab ich beide auf meinem Balkon in Szene gesetzt, für drinnen hat das Licht nicht mehr gereicht:

veganer-parmesan im Vergleich

Menge, Gewicht und Textur

Es fällt auf, dass das Glas viel kleiner ist als die Streudose. Doch anders als deshalb vermutet, enthält das Glas 75 Gramm Jezzano, während die Konkurrenz nur 60 Gramm Parmezzano enthält. Das spezifische Gewicht der beide Streukäse ist also deutlich unterschiedlich, was durchaus Folgen für das Geschmackserlebnis hat. Während der Parmezzano eher wie ein Mehl wirkt, ist der Jezzano deutlich körniger und schwerer, man fühlt mehr Substanz – und damit kommt er dem Original etwas näher.

Die Zutaten im Vergleich

Hier die auf den Behältnissen angegebenen Zutaten:

Parmezzano: Sojamehl vollfett (56%), Kartoffelstärke, Glukosesirup, Kokosfett (7%), Salz, Aroma, Emulgator: Mono- und Diacetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, Stabilisator: Kaliumphosphat, Rieselhilfsmittel: Kaliumphosphate, Trennmittel:; Calziumphosphate.

Jezzano: Maismehl, Hefeflocken, Stärke, Flor de Sal, Aroma.

Erstaunlich, mit wie wenig Substanzen Jeezano auskommt und doch einen Parmesan-ähnlichen Geschmack zaubert! Vermutlich liegt es am Maismehl aus Basis, das nicht soviel Trenner und Rieselhilfe benötigt wie das Sojamehl, um nicht zu klumpen.

Auch als Soße…

Dass der Jezzano nicht in der Streubüchse kommt, liegt wohl daran, dass er nicht nur Streukäse sein soll. Vegourmet empfiehlt ihn auch als Käsesoße, was ich gleich ausprobieren konnte, denn im Paket lagen auch drei Sorten vegane Tortellini, die geschmacklich mit den besseren Sorten der nicht-veganen Varianten voll mithalten können. Hat toll geschmeckt und wird vermutlich allen munden, die würzigen (!) Käsegeschmack mögen.

Der Parmezzano ist natürlich ebenfalls als Soße verwendbar, doch braucht man – genau wie beim bloßen Aufstreuen – deutlich mehr davon, um einen ähnlich intensiven Käsegeschmack zu erzeugen. So gleichen sich die unterschiedlichen Volumina dann doch wieder aus.

Preise und Fazit

Den Jezzano bekommt man für Euro 3,30 (75g – 100g also 4,40), der Parmazzano ist für 2,98 (60g – 100g also 4,97) Euro zu haben. Preislich sind sie einander also recht ähnlich, wobei der Parmazzano gefühlt „mehr Menge“ bietet, der Jezzano jedoch ausgiebiger ist. Hier steht es also unentschieden.

Mein Fazit: beides sind gute Produkte, mit denen man einen parmesanigen Geschmack auf Nudeln und in der Soße hinbemommt. Besser schmeckt mir persönlich der Jezzano, denn ich mag es etwas salziger (erst recht, wenns so ein tolles Salz ist!) und ziehe die bessere Körnung der allzu pulverigen Konsistenz vor. Da Jeezano dabei sogar mit erstaunlich wenigen Zutaten und ohne Trenn- und Rieselhilfen auskommt, ist er mein klarer Sieger nach Punkten: einfach näher dran am Original.

***

Transparenz-Info: Obwohl schon im Artikel angesprochen, sei hier nochmal gesondert erwähnt, dass der Jezzano Bestandteil eines Warenproben-Pakets war, das mir von Vegourmet zugesandt wurde. Eine inhaltliche Einflussnahme ist damit nicht verbunden.

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Über Claudia Klinger

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2 Kommentare zu Veganer Parmesan-Vergleich: Welcher schmeckt originaler?

  1. Patrick sagt:

    Sehr toll recherchiert und verglichen. Auch bei den Veganen Ersatzprodukten gibt es enorme Qualitätsunterschiede.

    Grüße
    Patrick

  2. Natalie sagt:

    Hallo :)

    stimmt, an den Parmesanersatz Parmazano kann ich mich auch noch gut erkennen. Gekauft hatte ich ihn zwar nie, aber die Verpackung sagt mir noch was, ich hatte mich gefreut, für den Fall, mal welchen zu benötigen, zu wissen, wo ich ihn finde. Vom traurigen Ableben des tollen Produkts habe ich gar nichts mitbekommen gehabt, aber das klingt schon ziemlich ernüchternd. Umso dankbarer bin ich dir für deine Parmesan-Ersatz-Ersatz-Recherche. Ich finde es super, dass es eine Variante im Glas gibt, da dies die von mir favorisierte Verpackungsart ist. Dass diese auch noch geschmacklicher überzeugender ist als die andere und eine wesentlich angenehmere Zutatenliste hat, freut mich da natürlich umso mehr.

    Viele Grüße
    Natalie

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