Ob ich es wirklich auf Dauer schaffe, dem Kaffe weitgehend zu entsagen, weiß ich natürlich nicht. Schließlich sind mehrere Jahrzehnte Milchkaffe-Konsum und ca. vier Jahre Sojadrink-Kaffee keine Kleinigkeit. Aber heute hat es mir einfach gereicht, ich sitze am PC und trinke seit heute früh Grünen Tee statt Kaffee und bin immerhin noch nicht eingeschlafen. Auch Tee enthält ja das muntermachende Stöffchen, das den Kick des Kaffees bringt – nur in einer sanfteren Form.

Aber wie komme ich zu diesem Umstieg?

Tja, aus einer Mischung aus Überdruss und Schwächeln. Seit einigen Wochen hab ich gelegentlich wieder H-Milch konsumiert, weil mir das Verhalten der Soja- und sonstigen Alternativ-Drings gesteigert auf die Nerven ging. Auch bin ich grade motiviert, ein bisschen zu sparen und 20 Liter Sojadrink mit Calzium pro Monat sind schon eine Nummer! Wesentlicher war allerdings das Ausflocken: obwohl ich die Sojamilch erhitze bevor ich den Espresso rein schütte, flockt sie oft aus. Und das ziemlich unabhängig von der Marke, ich hatte noch keine, die gar nicht ausflockt. Wenn nicht gleich, dann nach ein paar Stunden – ich fülle nämlich eine recht große Thermokanne mit dem Milchkaffee und trinke den dann so über den Tag.

Zurück zur H-Milch war natürlich auch keine Lösung. Das Elend der Hochleistungskühe kotzt mich an, die nach zwei bis drei Jahren geschlachtet werden, weil sie einfach erschöpft sind und krank werden. Beeindruckt hat mich aktuell das ZEIT-Dossier „Die Milchmaschine“ von Tanja Busse, die der Frage nachgeht, warum die Landwirte eigentlich kaum noch Geld für die Milch bekommen, trotz aller „Effektivierung“ und Leistungssteigerung – bzw. vielleicht sogar WEGEN dieser? (Den langen Artikel gibts leider nur gedruckt oder gegen kleines Geld bei BLENDLE). Wusstet Ihr übrigens, dass die männlichen Kühe einer auf Milchproduktion optimierten Rasse genau dasselbe Problem darstellen wir die männlichen Küken, die geschreddert werden?

Kurzum: Ich mag mich nicht mehr mit ausflockenden teure Alternativen befassen, aber auch nicht wieder beim Kuhmilch-Konsum „einrasten“. Also gebe ich dem Tee eine Chance – mal schauen, ob das auf Dauer eine Lösung ist. Schwarzer Espresso mit Zucker zwischendurch ist ja auch eine Möglichkeit, wenn auch gewöhnungsbedürftig.

***

Doping im Stall – aus dem Leben der Hochleistungskühe.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Diesen Artikel weiterempfehlen:


[diese Buttons übermitteln vor dem Klick KEINE Daten!]

Über Claudia Klinger

Unverbissen Vegetarisch gibts auch auf Facebook (ich freu mich über jedes "´Like"!) Mit allgemeinen Themen findet man mich auf meinem seit 1999 aktiven Digital Diary. Und Veggie-News gibts auf Twitter.com/unverbissen.
Dieser Beitrag wurde unter Milchprodukte ersetzen, Vermischtes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Tee statt Kaffee – ich hab‘ genug von Milchalternativen und Milch

  1. Christiane sagt:

    Hi Claudia,
    falls du doch mal wieder Kaffee brauchst: ich verwende den veganen Kaffeeweißer Whity von vantastic Food; mit nem Schwupp Reismilch. Sojamilch geht dann auch, falls dir Reismilch zu süß ist. Durch den Kaffeeweißer sieht man keine Flocken :-) Ich wusste lange gar nichts von dieser Flockerei bis eine Freundin meinen Kaffee ohne -weißer getrunken hat.

  2. gepee sagt:

    Auch zum Kaffee: Ich hab hier super hartes Wasser und hab neulich angefangen, immer ein bisschen Natron ins Kaffeewasser zu tun, eigentlich, damit der Kaffee besser schmeckt – und schwupps, war auch die Ausflockerei auf einmal fort. Vorher hat sogar die alpro soja, von der Bekannte mir geschworen haben, dass sie nicht flockt, und es bei sich sogar demonstriert haben, bei mir dann doch geflockt.
    Allerdings, länger stehen lassen hab ich noch nicht probiert, ich trink insgesamt doch viel mehr Tee als Kaffee – Grüntee ist ne tolle Sache! Eine Prise Natron im Wasser tut aber auch dem Tee sehr gut, wenn man so hartes Wasser hat wie ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*