Nie wieder Sodbrennen bei veganer Ernährung ?

Sodbrennen (medizinisch „Reflux“ = Rückfluss) ist ein äußerst unangenehmes Symtom, das meist nach opulenten Mahlzeiten, oft in Verbindung mit „saurem Aufstoßen“ auftritt. In den Industrieländern soll jeder Dritte gelegentlich darunter leiden. Das Brennen in der Speiseröhre wird von Magensäure und saurem Mageninhalt verursacht, der in die Speiseröhre zurückfließt und die Schleimhaut angreifen. Tritt das Sodbrennen mehrmals pro Woche auf, kann es sich um eine „gastroösophageale Refluxkrankheit“ handeln, die auf jeden Fall den Gang zum Arzt erfordert. Durch häufigen Reflux kann sich nämlich die Speiseröhre entzünden, so dass die Beschwerden chronisch werden und andere Interventionen erfordern als „nur“ eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil, insbesondere mit der Ernährung.

Zu viel, zu süß, zu fett

Zuviel Magensäure sowie Störungen der Magenmuskelbewegungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Sodbrennen. Beides wird stark durch die Lebens- und Genussmittel beeinflusst, die wir zu uns nehmen. Es empfiehlt sich also, alles zu vermeiden bzw. zu reduzieren, was die Säurebildung im Magen übermäßig anregt und zur Erschlaffung der Magenmuskulatur beiträgt. Das sind zum einen scharfe Gewürze, zuckerhaltige Süßspeisen und zum anderen zuviel Fett. Grundsätzlich produziert der Magen auch vermehrt Säure, um Eiweiß abzubauen: Fleisch und Wurstwaren in den heute üblichen, über die empfohlene Menge pro Kilo Körpergewischt weit hinaus gehenden Mengen, sind nicht gerade hilfreich, will man Sodbrennen vermeiden. Nikotin, Alkohol und Stress beeinflussen das Verdauungsgeschehen ebenfalls negativ und sollten gemieden bzw. im Rahmen des Möglichen vermindert werden.

Und was ist mit Medikamenten? Sie können punktuell durchaus helfen, doch wer bisher bei Reflux bzw. Sodbrennen Iberogast oder ähnliche Mittel nimmt, sollte sich auch den Lebensstil-bedingten Ursachen zuwenden, um auf Dauer wieder ohne Tabletten essen und genießen zu können.

Vegane Ernährung und Sodbrennen

Liest man sich durch die Blogs und Ratgeber-Seiten rund um die rein pflanzliche, vegane Ernährung, gewinnt man den Eindruck, mit dem Umstieg würden sämtliche Beschwerden gesundheitlicher Art verschwinden. Wahr daran ist, dass eine „gut geplante vegane Ernährung“ sehr gesund ist und den Körper mit allem versorgt, was er braucht. (Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) informiert auf seinen Gesundheits-Seiten ausführlich über alle Aspekte vegetarischer und insbesondere auch veganer Ernährung.) Durch viel Gemüse und Rohkost wird die Ernährung basischer, Säurebildner wie Fleisch, Wurst und Milchprodukte entfallen ganz.

Damit ist bzgl. Reflux schon viel gewonnen und es wundert nicht, dass viele Neu-Veganer berichten, seit der Umstellung nicht mehr unter Sodbrennen zu leiden. Allerdings ist eine rein pflanzliche Kost per se keine Garantie, von dieser und anderen ernährungsbedingten Beschwerden (wie etwa Übergewicht) verschont zu bleiben – es kommt auch hier darauf an, WAS man isst! Zu fett, zu viel, zu süß, zu spät abends, zu scharf gewürzt geht auch vegan, ein Automatismus ist die Gesundung hier also nicht. Da jedoch die meisten, die auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen, auch ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein entwickeln, wird das Versprechen besserer Gesundheit und „nie wieder Sodbrennen“ oft genug auch wahr.

Wer die Vorteile veganer Ernährung voll ausschöpfen will, darf nicht bei Fertiggerichten und dem Ersetzen von Fleisch durch Fleischalternativen stehen bleiben, sondern sollte eine neue Kochroutine entwickeln und vielerlei Gemüse-, Rohkost- und Getreidegerichte, sowie gesunde „grüne Smoothies“ ausprobieren.

Wichtig: Verschwindet das Sodbrennen dennoch nicht, sind die Ursachen evtl. nicht ernährungsbedingt und bedürfen einer vertieften Untersuchung beim Arzt!

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