Das steht jedenfalls zu befürchten, sollte die EU-Kommission mit ihrer geplanten Saatgutverordnung tatsächlich durchkommen! Denn alle, die sich bisher um den Erhalt alter und regionaler Sorten gekümmert und die Samen und Pflänzchen an engagierte Gärtner/innen weiter gegeben haben, werden das dann nicht mehr tun können.

Denn nurmehr zugelassene Sorten sollen „in Verkehr gebracht“ werden dürfen. Das klingt zunächst harmlos, hat es aber in sich! 1000 bis 3000 Euro Gebühr pro Sorte, ein riesiger Verwaltungsaufwand, Test-Verfahren, die nur einheitlich geformte und ertragreiche Sorten der Agrarkonzerne bestehen können – all das würde das Aus für viele alte Sorten bedeuten, die in den letzten Jahren immer beliebter wurden.

Nur die „Massenpflanzenhaltung“ profitiert!

Z.B. Tomaten: In Bio-Läden und auf Märkten konnte man zur Saison immer öfter „bunte Tomaten“ kaufen, sämtlich alte Sorten, die unterschiedlich aussehen, in der Größe varrieren und farblich von Standard-rot abweichen. Auch im GESCHMACK sind diese Sorten oft geradezu eine Offenbarung, weshalb sie in letzter Zeit auch von der Gourmet-Szene zunehmend entdeckt und verwendet wurden.

Mit alledem wird bald Schluss sein, denn der Saatgut-Vertrieb soll jetzt so verregelt werden, dass geradezu das Gegenteil von „mehr Vielfalt“ eintritt. Und dass vor allem Agrarkonzerne wie Monsanto, die seit Jahren bei der EU Lobbyismus betreiben, von der Verordnung profitieren, wundert nicht wirklich!

Da das für mich vornehmlich ein Gartenthema ist, hab‘ ich die Fakten, Anfragen, Statements und Zitate in einen ausführlichen Artikel im wilden Gartenblog gepackt:

EU-Saatgutverordnung: Samen- und Pflanzentausch demnächst strafbar?

Dort findet Ihr auch unterstützenswerte Kampagnen der Erhalter- und Umweltverbände zum MITZEICHNEN!
Und BITTE verbreitet den Artikel weiter – es darf einfach nicht sein, dass unser Saatgut-Erbe auf dem Altar der Massenkompatibilität und der Profite geopfert wird!!!

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Über Claudia Klinger

Unverbissen Vegetarisch gibts auch auf Facebook (ich freu mich über jedes "´Like"!) Mit allgemeinen Themen findet man mich auf meinem seit 1999 aktiven Digital Diary. Und Veggie-News gibts auf Twitter.com/unverbissen.
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4 Kommentare zu Geplante EU-Saatgut-Verordnung: Gibt’s bald nur noch die EU-Normtomate?

  1. Claudia sagt:

    @Pooky: auf welchen ?

    Der Link führt übrigens ins Leere – aber die Info hab ich schon letzte Woche mit Freude weiter getwittert:

    https://twitter.com/HumanVoice/status/340514905771868160

    mittlerweile hat Monsanto widersprochen:

    Zu früh gefreut: Monsanto dementiert Rückzug aus Europa
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/07/zu-frueh-gefreut-monsanto-dementiert-rueckzug-aus-europa/

  2. Michel sagt:

    Also den geschmacklosen EU-Verordnungsmist machen meine Frau und ich garantiert nicht mit.

    Schlimm ist, dass sogar Kleingärtner die ihre Tomaten im Schrebergarten selbst ziehen, glauben, sie hätten das etwas besseres später auf dem Teller bzw. im Salat.
    Den Samen hat er irgendwo gekauft, wie die meisten …
    und es ist immer der gleiche: eu-konform und 08-15 ohne oder mit wenig Geschmack.

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