Nach dem Ende der veganen Schnupperwochen mit ihrem Mega-Info-Input brauchte ich erstmal eine kurze Veggie-Blog-Pause.

Das Thema VEGAN hat ja die Tendenz, unglaublich viel Zeit zu verschlingen! Klar, dass da so einiges andere in den Hintergrund gerückt war, das ich nun erstmal aufarbeiten, bzw. mal wieder mit Aufmerksamkeit bedenken musste. (Darunter mein 13 Jahre altes Hauptblog Digital Diary und der Gartenstart 2012, den ich in meinem „wilden Gartenblog“ begleite. Und Arbeit gibts ja auch noch…).

Mittlerweile sind auch die veganen Lebensmittel, die ich wärend der Schnupperwochen im (von meinem Wohnort recht weit entfernten) Veganz-Supermarkt erstanden hatte, aufgebraucht. Wer hier länger schon mitliest weiß, dass ich schon vorher jede Menge vegane Rezepte und insbesondere Fleisch-Alternativen ausprobiert und in meine Kochroutine eingebunden hatte. Der Käse-Verbrauch hatte sich dadurch von selber auf ein Minimum reduziert. Der während der Schnupperwochen konsequent eingehaltene Verzicht auf Milch (zugunsten von Sojamilch) war mir auch nicht schwer gefallen, so dass ich dachte, es sei leicht, als „Fast-Veganerin“ weiter zu machen.

Gewohnheiten ändern dauert…

Mittlerweile merke ich allerdings, dass diese sehr umfassende Umstellung (mit Beachtung auch aller „versteckten“ Tierprodukte) mich doch erschöpft. Für junge Menschen ist es vermutlich viel einfacher: die haben noch keine Jahrzehnte alten Koch-, Einkaufs- und Ess-Gewohnheiten und dem entsprechend fällt es ihnen leicht, von heute auf morgen „alles ganz anders“ zu machen.

Für mich ist das beschwerlicher: mein Kühlschrank quillt phasenweise über vor „Vorgekochtem“, auf das ich dann am nächsten oder übernächsten Tag doch keinen Bock mehr habe. Gekaufte vegane Imbisse schmecken mir oft einfach nicht – und nein, ich werde nicht damit anfangen, Dinge zu essen, die nicht schmecken, bloß weil sie vegan sind. Und das viele selber-kochen geht mir auch auf den Senkel, bzw. es ist noch keine gute Routine mit Vorratshaltung und Vorkochen etabliert, die auch zu meinem Leben passt.

Kurzum: derzeit ernähre ich mich wieder punktuell vegetarisch – gelegentlich Kräuterquark, mal ein Bio-Käse oder eine gekaufte Pizza – insgesamt immerhin veganer als je zuvor. Wenn im Juni das Veganz in meiner Nähe aufmacht, wirds dann nochmal anders, da hab‘ ich richtig Glück!

Unverbissen vegetarisch wird Buch

Im Dezember hatte mich eine freundliche Verlagsfrau darauf angesprochen, ob ich mir „Unverbissen vegetarisch“ auch als BUCH vorstellen könne. Erst war ich skeptisch, sah nur einen Riesenberg Arbeit bei vermutlich verdammt schlechter Bezahlung, doch irgendwie schaffte es die „Programmplanerin“, mich von dem Projekt zu überzeugen. Es soll nicht, wie ich zuerst dachte, ein reiner Ratgeber werden: nein, genau mein Stil des Berichtens aus eigenem Erleben ist das Erwünschte. Leser/innen, die die Massentierhaltung nicht mehr unterstützen wollen, sich aber nicht zutrauen, von jetzt auf gleich ihre Ernährung komplett umzustellen, sollen angesprochen werden. Mein „unverbissener“ Weg in Richtung „immer pflanzlicher“, mitsamt den Zweifeln, Bedenken, Rückschritten und sprunghaften Fortschritten passt da sehr gut.

Ok, seit letzter Woche hab‘ ich nun den Vertrag, der ganz anständige Vorschuss muss dieser Tage auf meinem Konto eingehen – es kann also losgehen! Jetzt ist es an mir, die entsprechende Schreibdisziplin in meinem Arbeitstag zu etablieren. Ich habe vor, die Morgenstunden dafür zu reservieren, da bin ich am produktivsten und das Schreiben fällt ganz leicht.

Über das Buch-Schreiben darf ich währenddessen auch bloggen, das hab‘ ich mir ausbedungen und der Verlag fand das sogar spannend! Auch werden Textteile aus dem Blog in Buch-Kapiteln vorkommen und das Buchprojekt wird mich zu Blog-Themen inspirieren – eine Win-Win-Situation, wie ich mir erhoffe! Es wird ein motivierendes Buch werden, das man gut an Noch-Normalesser verschenken kann, auch gleich mit ca. 30 Rezepten für den Einstieg.

Jetzt muss ich nur noch anfangen.. :-)

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Über Claudia Klinger

Unverbissen Vegetarisch gibts auch auf Facebook (ich freu mich über jedes "´Like"!) Mit allgemeinen Themen findet man mich auf meinem seit 1999 aktiven Digital Diary. Und Veggie-News gibts auf Twitter.com/unverbissen.
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14 Kommentare zu Post-vegane Erschöpfung – und ein „unverbissenes“ Buchprojekt

  1. sufranke sagt:

    Dankeschoen fuer deine Einblicke. Ich hatte nie den Mut oder die Power von vegi auf vegan umzustellen und weiss nun auch warum. Und auf dein Buch freu ich mich jetzt schon. Guten Schreibstart wuensch ich dir

  2. Claudia Klinger sagt:

    @su: von jetzt auf gleich geht das eben bei vielen nicht – vor allem, wann man die Sache nicht als „Lebensstil“ mit entsprechender Gruppenzugehörigkeit und Identitäts-stiftenden Aspekten ansieht, sondern einfach nur die Massentierhaltung zum Kotzen findet!

    ABER: es geht eine Menge MEHR als man das als Vegetarier denkt! Insbesondere legen viele Veganer mehr Wert aufs „Nachempfinden“ traditioneller Gerichte, die Vegetarier oft einfach weglassen – da bin ich dann wieder mehr bei den Veganern als im klassischen Vegetarismus, der vergleichsweise mehr einfachen Verzicht propagiert.

  3. engl sagt:

    oh toll, du hattest ja schon davon erzählt. und jetzt gehts an die arbeit, ich weiß. ist nicht immer einfach, aber macht ganz sicher auch großen spaß. (und ich steh gern mal für einen schnellen blick von außen zur verfügung, wenn du magst.)

  4. Emma sagt:

    Hallo, hier eine Nachricht von einer anderen Schnupperwochenteilnehmerin.
    Man braucht ja nicht von heut auf morgen alles umzustellen. Das funktioniert wohl nur über Verzicht (der ja auch Folgen haben kann, z.B. plötzlichen Käse- oder Spiegeleiexzess ;)) oder wenn man plötzlich eine/n gut kochende/n Veganer/in an der Seite hat, der/die einen täglich verköstigt. Das wäre traumhaft. :)

    Ich habe im Januar aufgehört, Fleisch zu essen und habe seitdem auch keine Eier und keine Milchprodukte gekauft (aber außerhalb der Wohnung gegessen). Dann kamen die Schnupperwochen. Ich bin davon überzeugt, dass es gesundheitlich das Richtige ist und natürlich für die Tiere auch (also für Mensch und Tier), so pflanzlich wie möglich zu essen. Ich würde selbst NIE schlachten, also gibt es eben kein Fleisch für mich. Aber außerhalb der Wohnung ist es manchmal schwierig mit dem Veganen. Ich habe keine Lust auf ständiges Suchen, Fragen, Diskutieren mit Freunden, Bekannten, Verkäufern, Kellnern… Ich will ja nicht Politik machen, sondern mich so ernähren, wie es für mich und die Umwelt am besten ist.
    Am liebsten würde ich nur bei Veganz einkaufen und nur noch in vegane Cafés gehen, wovin es in Prenzlauer Berg glücklicherweise einige gibt. Dort gibt es eine so riesige köstliche Auswahl, dass mir nichts fehlt. :)

    Hinzu kommt bei mir noch, dass mein Kind nicht mitmachen will (zum Glück mag sie keine Milch) und es deshalb immer einen Käse oder Wurst im Kühlschrank gibt.

    Ich bin jetzt mittlerweile soweit: Ich esse kein Fleisch und keine Fleischprodukte, ich kaufe überhaupt keine Eier und Käse nur für mein Kind. „Draußen“ esse ich so pflanzlich wie möglich, aber wenn es nur eine vegetarische Quiche gibt, esse ich sie. Ich gehe mittags manchmal in der Mensa der Uni essen. Dort gibt es täglich ein veganes Gericht und eine große Salatbar, und in der vorlesungsfreien Zeit ist es dort nicht voll, also macht es Spaß.

    Ich möchte einfach immer mehr Gemüse und Getreide und Hülsenfrüchte in meinen Speiseplan integieren und ich möchte eigentlich sagen: „Ich esse Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte.“ und nicht: „Ich esse kein fleisch./Ich esse nichts Tierisches.“
    Abgesehen davon habe ich vorher auch nur einmal pro Monat Fleisch gegessen, das ist also keine große Umstellung. Und deshalb „ersetze“ ich bisher kaum durch Soja und Seitan, weil ich ja nichts zu ersetzen habe. aber heute lädt mich eine fleischessende Freundin zu veganen Spaghetti Bolognese ein, das ist doch nett, oder?

    Emma

  5. Emma sagt:

    PS:
    Du schreibst: Es ist noch keine gute Routine mit Vorratshaltung und Vorkochen etabliert, die auch zu meinem Leben passt.

    Das geht mir genauso. Allerdings ist das meiner Meinung nach kein „veganes“ Problem, sondern es liegt daran, dass man nicht auf Fertigprodukte zurückgreifen will/kann. Es ist die Frage der Machbarkeit, nicht wahr? Ich bewundere Menschen, die sich alles selbst zubereiten, z.B. für das Mittagessen den kommenden Tages vordenken und vorkochen und das dann mit zur Arbeit nehmen. Ich kenne sogar Leute, die ihr Brot selbst backen, also so gut wie nichts Fertiges einkaufen. Dazu fehlt mir die Zeit/der Antrieb/die Organsisation/die Konsequenz. Ich sehe das also eher als Persönlichkeits- oder Zeitaspekt und nicht als Faktor der veganen Ernährung.
    Ich wünsche dir Spaß mit dem neuen Buch!
    Und, was ich wirklich lieben gelernt habe, sind die grünen Smoothies (wenn sie gut gemacht sind). Ich habe sie mir im Veganz abgeguckt und trinke sie jetzt oft.
    Last but not least mekre ich eine veränderung zum Positven, was die Gesundheit angeht. Ich nehme da, dass es am Milchverzicht liegt (wenn ich mir vorstelle, was ich mit der Milch aufgenommen habe an Schwangerschaftshormomen und Antibiotika, die ganze ekligen Sachen schreibe ich jetzt mal nicht), das passt genau in meine Gesundheitskerbe. und ich esse vielmehr grünes. Für mich war der Schritt zum unverbissen veganen also eine gesamtheitliche Ernährungsumstellung und Zuwendung zu meinen Werten. Ich habe vorher, warum weiß ich nicht, fast nur gelbes und rotes Gemüse gegessen. Und ich habe kein (kaum) schlechtes Gewissen mehr anderen Lebewesen gegenüber. Das passt alles zusammen.
    So, ich sehe schon, ich brauche wohl mein eigenes Blog. ;-)

    Emma

  6. Claudia sagt:

    Hallo Emma,

    hab Dank für deine ausführlichen Kommentare mit den interessanten Erlebnissen rund um die vegane Ernährung! Ja, warum nicht ein eigenes Blog? Falls du das machst, sag mir Bescheid!
    Das soll aber nicht heißen, dass ich lange Kommentare nicht schätze, ganz im Gegenteil!

    Bei mir hat die Erschließung der Fleisch-Alternativen den Käse-Konsum drastisch gesenkt – im Grunde war also vorher „Käse mein Fleisch“, was ja nun auch nicht der Brüller ist in Sachen Tierleid- und Umweltbelastungsvermeidung!

    Derzeit hab ich vor, „Wurst“ aus Seitan, Tofu und Hülsenfrüchten auszuprobieren – also die „vegane Leberwurst“ ein wenig weiter zu entwickeln bzw. zu variieren. Das ist für mich der passende „Schnellimbis“: „Wurst“-Brot mit Gurke, Tomate etc. – kann man einmal die Woche (oder jede zweite Woche) auf Vorrat herstellen.

  7. Eva sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zum Buchvertrag und viel Spaß beim Schreiben. Wow, und der Vorschuss kam sogar schon vor dem Schreiben! So viel Glück hatte ich noch nie – bei Manuskriptabgabe war das Früheste. Es ist doch ein nicht-rückzahlbarer Vorschuss, hoffe ich. LG Eva

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  11. Verena sagt:

    Das ist eine gute Idee ein Buch über schnelle Gerichte zu machen. Ich koche gerne mit dem Ox-Kochbuch. Da gibt es auch ein paar gerichte die schnell gehen, aber die meisten dauern etwas länger. Deshalb ist Dein Buch eine gute Ergänzung. Viel Erfolg!

  12. Claudia sagt:

    @Verena: oh nein, es wird KEIN Kochbuch!! Sondern eines mit den Inhalten dieses Blogs: meine Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Weg Richtung „immer pflanzlicherer“ Ernährung, Motive, Vor- und Rückschritte, Infos über Massentierhaltung, und auch ein bisschen über die Veggie-Szene und die unterschiedlichen Sichtweisen – von „selten und wenn dann bio“ bis „Vegetarier sind Mörder“…. dazu dann 30 Rezepte für den Alltag, nix mit großem Kochkunst-Anspruch. Dafür gibt es ja schon viele gute vegane Kochbücher…

  13. Hoffmann sagt:

    Na dann hoffe ich daß auch mal vegane Rezepte mit Grünkernschrot darin vorkommen. Leider kommt das hier ein bißchen zu kurz!

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