Irgendwie konnte ich es dann doch nicht abwarten bis meine Bestellung von allerlei Gewürzmischungen und Wurst-Beigaben geliefert wurde. Die Sturzgläser standen ja schon seit Tagen bereit, also hab‘ ich doch schon einen ersten Wurstversuch gestartet.

In Sachen Rezept hab‘ ich mich an der Seitan-Wurst mit Paprika von Claudia Götz orientiert, die „garantiert beim ersten Versuch gelingen“ soll.

Allerdings war mir die Menge zuviel, ich hab‘ also halbe Mengen genommen, allerdings nicht bei allem. Claudia schrieb ja, in Sachen Würzung wäre noch viel „Luft nach oben“. Erstmal war da aber mal einiges zu schnippeln!

Hier mal die Zutaten für mein abgewandeltes „Wurstbrät“:

1,5 gewürfelte Zweibel,
2 klein geschnittene Knoblauchzehen,
eine handvoll getrocknete Shitake-Pilze (eingeweicht),
1,5 EL Ahornsirup (statt Agavendicksaft wie im Originalrezept),
1,5 EL Balsamico-Essig
2 EL Olivenöl,
1 TL Salz
1 Prise Kümmel,
schwarzer Pfeffer aus der Mühle.
1/4 rote Paprikaschote gewürfelt,
50g Räuchertofu (statt Naturtofu),

Zwiebeln Knoblauch, Pilze, Paprika und Tofu werden in der Pfanne mit dem Öl scharf angebraten. Dann kommen Kümmel, Salz und Pfeffer dazu. Anschließend wird das Ganze mit Balsamico und Ahornsirup abgelöscht und „reduziert“ bis die meiste Flüssigkeit verdampft ist.(Claudia hat im Originalrezept Paprika und Tofu nicht mitgebraten, sondern später hinzugefügt. Ich mag es etwas würziger und dachte mir, das Mitbraten wird nicht schaden).

Die Pfanne kam nun vom Feuer und ich mischte als nächstes die flüssigen Zutaten in einer Schüssel:

150ml Wasser, 50ml Sojasoße, 50ml Olivenöl, 75g Tomatenmark, 1 Teelöffel Oregano, 1 Teelöffel Kümmel, 1 TL Salz, 1 EL Paprika edelsüß, 1 TL Chilisoße, 1,5 TL Liquid Smoke,

Alles erst mit dem Schneebesen verquirlt, dann kam der Pfanneninhalt und schließlich 250 Gramm
Glutenpulver dazu. Mit dem Kochlöffel verrührt, ergab sich schnell ein typischer „Seitan-Teig“ – nur bunter als normal.

Die Masse reichte knapp für zwei Sturzgläser (je 450 Gramm), die ich zuschraubte und dann 1,5 Stunden bis fast zum Deckel in kochendem Wasser stehend garen ließ. Abgekühlt hab ich das erste Glas im kalten Wasserbad. Ich war schon sehr neugierig und entsprechend ungeduldig! Da ich die Gläser zuvor ein wenig mit Olivenöl gefettet hatte, ließ sich die Wurst ganz leicht heraus stürzen. Und natürlich hab ich auch gleich probiert!

Zu brotig-bröckelig!

Tja, was soll ich sagen? Für einen ersten Versuch fand ich die Wurst schon sehr in Ordnung. Würzig-pikant, allerdings mit einem süßen Touch, der meinen Geschmack einfach nicht trifft. Die nächste Wurst werde ich sicher ohne Essig/Ahornsirup kochen, man muss sich halt heran tasten an die eigenen Vorlieben.

Und die Konsistenz? Für mich ganz klar zu brotig-bröckelig! Obwohl ich den Tofu-Anteil gegenüber dem Original erhöht hatte, womit ich genau das vermeiden wollte. Einfacher gekochter Seitan frisch aus dem Topf ist weit weniger brotig als dieses erste „“Wurst-Ergebnis“. Vermutlich liegt das auch an den vergleichsweise vielen Gemüsen, die auch eher zum auseinanderfallen als zum zusammenkleben beitragen.

Mein nächster Versuch wird schlichter sein: einfach Seiten, Räuchertofu und eine klassische Gewürzmischung für Schinkenwurst.

Mein Fleisch-essender Freund fand übrigens die Wurst ganz ok und hat sich sogar gerne das zweite Glas mit nachhause genommen! Hat man keinen „Wurstvergleich“ im Kopf, eignet sich mein erstes Ergebnis immerhin sehr gut, um sich dicke Scheiben als Burger anzubraten – optimal mit Süßsauer-Soße und Weißkrautsalat!

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Über Claudia Klinger

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6 Kommentare zu Veganer Wurst-Aufschnitt – mein erster Versuch

  1. Pingback: daily links 05/21/2012 | mittenmank

  2. Peter sagt:

    Also, was mir auf den ersten Blick aufgefallen ist, obwohl ich selber auch nur etwas Erfahrung habe, ist die Menge des Öles. VIEEEEL zu wenig würde ich sagen. Ich habe ja bei meinem Wurstrezept (auf den ersten und zweiten Versuch waren die schon toll) auch wenig Öl gehabt. Ich habe aber dann bei diesem Hackbraten hier http://dieumsteiger.blogspot.de/2012/05/genialer-hackbraten-vollstandige.html die Menge gleich mehr als verdoppelt.
    Bei meiner nächste Wurst werde ich in jedem Fall viel mehr Öl (neutrales Sonnenblumenöl) nehmen und weniger Gewürze wie Soja usw. Etwas Hefeextrakt werde ich wohl jetzt immer reinmachen und etwas Soja,.. aber ansonsten denke ich wohl, weniger ist mehr. Vielleicht noch eine Idee Semmelbrösel, obwohl die Konsistenz meiner „Geflügelwurst“ eigentlich schon recht toll war http://dieumsteiger.blogspot.de/2012/04/wie-geflugelwurst-vegan-selbstgemacht.html

    Leider mag ich so was nicht so viel kochen, weil ich immer für mich alleine koche und dann vieles wegwerfen muss, da ich nie immer so viel davon esse.

    Liebe Grüße
    Peter

  3. Hallo Peter, danke für deine Eindrücke und Infos!

    In Sachen Öl: ich frag mich, was es bringt, denn Öl ist doch flüssig, bleibt also nicht wirklich im Teig… wäre da nicht Kokosfett die bessere Wahl, das du ja z.B. selbst für veganes Mett empfiehlst:

    http://dieumsteiger.blogspot.de/2012/03/veganes-mett-adendum.html

    Was das Wegwerfen angeht: In so ein Glas passen 450 Gramm – ist es geöffnet, hat man nach meiner Einschätzung durchaus ein bis zwei Wochen Zeit, die Wurst zu essen – einerseits kalt, andrerseits in Scheiben angebraten. Hat man mehrere Gläser, so sind die durch das Kochen doch vakuumiert, sollten also Monate-lang halten, genau wie anderes „eingemachtes“. Was denkst du?

  4. Pingback: daily links 05/21/2012 | mittenmank

  5. Peter sagt:

    Also beim Kochen verhält sich Kokosöl genauso wie anderes Öl auch. Von daher kein Unterschied. Beim veganen Mett muss ich das ja sogar erwärmen, damit ich es unterrühren kann. Und der Grundgedanke ist folgender. Fleisch und Wurst besteht ja fast ausschliesslich aus Fett. Und Fett ist ja auch ein Geschmacksträger. Bei mir wurden die Ergebnisse mit vieeeel mehr Öl, deutlich „saftiger“. Vor allem bei meinem letzen veganen Hackbraten http://dieumsteiger.blogspot.de/2012/05/genialer-hackbraten-vollstandige.html Das sollte man hoffentlich erkennen können. Natürlich tritt auch Öl aus der Masse beim Kochen (Backen im Ofen) aus, aber es verbleibt trotzdem viel im Gargut drin. Und wenn ich noch mal Wurst machen sollte, dann nehme ich anstatt 30 ml gleich 100 ml auf die Grundmasse.

    Und mit der Haltbarkeit stimme ich mit dir schon überein. Meine Wurst nach nach ca. 14 Tagen rein optisch noch ok.

  6. Pingback: Seitanwurst im Glas – selbst gemacht » Unverbissen vegetarisch

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