Was macht die Lust auf Salat? Sobald das Ende des Winters in Sichtweite kommt, erwacht mein Appetit auf Salate, der im Spätherbst regelmäßig abhanden kommt. Allerdings sind es jetzt nicht die typischen Sommersalate, die mich locken, sondern eher bodenständige Versionen: mit Kohl, Hülsenfrüchten, Mais, Getreide, Möhren und anderen herzhafteren Zutaten.

Weißkrautsalat: Kohl wird unterschätzt!

Ja, neuerdings stehe ich auf Weißkrautsalat! Gerade am Ende des Winters ist so ein Kopf Weißkohl eine gute Wahl: regional, preiswert und SEHR gesund!

Weißkohl

Schon vor Jahren hab‘ ich hier eine Lanze für mehr Kohl im Alltagsessen gebrochen und mittlerweile mag ich ihn nicht mehr missen. Wer meint, ein ganzer Kohl sei zuviel, zumindest wenn man alleine wohnt, irrt: als typisches Wintergemüse hält Kohl locker mehrere Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks. Aus einem Kopf mache ich dann nacheinander mehrere Gerichte: Bayrisch Kraut als Gemüsebeilage, auch mal Speckkuchen (beides mit Räuchertofu statt Speck) – aber zuallererst und gerne öfter einen Krautsalat.

Der enthält mehr Vitamin C als Grapefruits, viel Provitamin A, Folsäure, Betacarotin, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen und stärkt damit die Abwehrkräfte. Zudem ist er eines der wenigen Gemüse, das alle acht Aminosäuren enthält, die wir Menschen über die Nahrung aufnehmen müssen – und kalorienarm noch dazu!

Hier meine drei Lieblingsvarianten:

  • Klassischer Krautsalat für 4 Personen:

    400g Weißkohl, 1 Zwiebel, 5 EL Rapsöl, 3 EL Essig, 1 große Prise Zucker, Salz, Pfeffer
    Zubereitung: Weißkohl fein raffeln und in eine Schüssel geben. Öl, Essig, Salz, Pfeffer, Zucker und fein gewürfelte Zwiebel dazu geben, mit den Händen gut „durchkneten“. Einige Stunden durchziehen lassen.

  • Griechischer Krautsalat:

    400g Weißkohl, 50g Lauchzwiebeln (alternativ: Lauch), 80g schwarze, kernlose Oliven, 6 EL Olivenöl, 3 EL Essig, Salz, Pfeffer,
    Zubereitung: Weißkohl fein raffeln, Lauchzwiebeln in dünne Ringe schneiden. In eine Schüssel geben, Oliven, Öl, Essig, Salz und Pfeffer zugeben, mit gewaschenen Händen gut „durchkneten“ und einige Stunden ziehen lassen.

  • Krautsalat fruchtig-süß:

    400g Weißkohl,200g Ananas, 2 dünne Porreestangen, 2 TL Öl, 4 EL Zitronensaft, 1 TL Zucker, 8 EL Ananassaft, Salz, Pfeffer
    Zubereitung: Zubereitung wie oben, jedoch nach dem Durchkneten die in Stückchen geschnittene Ananas zugeben und nochmal alles gut vermischen.

Mehr Salat für Koch-Faule“

Zum Geschlechtsrollen-Klischee gehört, dass Salat eher zu Frauen passt als zu Männern. Und tatsächlich wird ja immer wieder berichtet, dass die männliche Ernährung mit viel Fleisch und Wurst zu ihrer geringeren Lebenserwartung beiträgt. Nach meiner Erfahrung im Freundeskreis essen Männer genauso gern Salat wie Frauen, nur sind einige einfach zu faul, Salate zuzubereiten. Der Griff zu Brot und Käse oder das Öffnen einer Dose Erdnüsse geht halt einfach schneller. Allein Lebende tun sich allgemein schwerer mit der Entwicklung einer sinnvollen Kochroutine, wobei wiederum die Männer mehr Probleme haben als weibliche Singles.

Aber egal, ob das nun alles stimmt oder woran es wohl liegen mag: Für Koch-Faule aller Geschlechter ist mein Kidneybohnen-Salat vielleicht grade noch machbar. Der ist in fünf Minuten zubereitet, sehr einfach, sättigend und schmackhaft.

Ähnlich einfach, aber mit etwas mehr Wartezeit verbunden ist der Kichererbsensalat, den ich neuerdings selber mache, nachdem ich ihn mehrere Male beim Bäcker-Imbiss gekauft hatte.

Kichererbsensalat

So gehts: Basis ist eine Dose Kichererbsen, abgetropft. Dazu eine simple Salatsoße aus je einem EL Essig und Öl, dazu eine halbe klein gewürfelte Zwiebel, Pfeffer, Kräutersalz, etwas Senf, gerne auch Petersilie oder Schnittlauch (Faule entnehmen diese dem TK-Pack). Alles vermengen und eine viertel Stunde ziehen lassen.

Mögliche weitere Zutaten: Gurke, Essiggurke, Tomate, Paprika, Räuchertofu, Champignons, Kressesprossen – was halt grade da ist! Klein schnippeln und dazu geben, nochmal vermengen, evtl. nachwürzen.

Salate bestellen?

Wer gar nicht dazu kommt, selbst einen Salat zuzubereiten, kann sich auch beliefern lassen. Leider war das Angebot bei den überregionalen Liefer-Plattformen in Sachen Salat lange Zeit ziemlich beschränkt! Immer nur die typischen Beilagensalate, oder aber aufgemotzte Großsalate mit Käse, Ei oder Fleischstreifen, ohne dass man einzelne Zutaten abwählen konnte.

In letzter Zeit hat sich diese Situation zum Glück verbessert. Es gibt viel mehr Angebot für Veggies: An vielen Orten sind Clean-Food-Shops, Salate-Bars und vegan-vegetarische Restaurants entstanden, die auch ins Haus liefern. Charmant finde ich regionale Anbieter, die gleich auch auf Umwelt und Frische schauen: Vegetarische Salate bei Pottsalat.de werden z.B. nach Bestellung frisch zubereitet und mit dem Fahrrad ausgeliefert. Wenn ich mal an die Verweilzeit zwischen Einkauf und Zubereitung im eigenen Kühlschrank denke, ist das sogar frischer als selbst gemacht.

Das richtige Salatdressing

Eine einfache Vinaigrette ist nicht schwer, sollte man denken. Wer aber gar keine Koch-Basics gelernt hat, kann doch einiges falsch machen: zu flüssig, zu sauer, zu salzig… Deshalb hier mal ein Video mit Pierre, der den Klassiker in der französischen Urform vorführt:

Diese Salatsoße ist zwar recht schlicht, sie schmeckt aber tausendmal besser also das, was man so als Fertigdressings bekommt!

Mehr herzhafte, Endwinter-taugliche Salate:

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Über Claudia Klinger

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