Unverbissen vegetarisch

…flexitarisch, vegetarisch, vegan? Hauptsache, die Richtung stimmt!

Schnelles Alltagsgericht: Spaghetti marinara – ganz ohne Fisch!

Dass es möglich ist, ganz ohne tierische Meeresfrüchte eine Spaghetti-Soße hinzubekommen, die so maritim schmeckt wie eine kräftige mediterrane Fischsuppe, hätte ich nie geglaubt – geht aber!

Und zwar NICHT mit irgendwelchen teuren Fisch-Fake-Produkten, die kaum einen Hauch Fischgeschmack mitbringen, sondern mit WAKAME-Algen. Für mich ein wahres Wunder, denn bisher hatte ich Algen nicht ernsthaft in Betracht gezogen, sondern als seltsames Nischenprodukt für Sushi-Freunde (Sushi mag ich nicht) oder Makrobioten links liegen lassen.

spaghetti marinara vegan

Irgendwann hab‘ ich mir dann aber doch mal ein Päckchen getrocknete Wakames mitbestellt. Die lagen ziemlich lange ‚rum, bis ich sie mal zu einer guten, selbst gemachten Tomaten-Soße für Spaghetti hinzufügte. Wow, was für ein Geschmack!

Hier mein Rezept:

Ca. 10 getrocknete Tomaten mit kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. Abgießen, in kleine Stücke schneiden und zusammen mit einer halben, klein geschnittenen Zwiebel und einer ebenfalls zerkleinerten Knoblauchzehen in Olivenöl bei mittlerer Hitze anbraten. Salzen, pfeffern, drei Esslöffel Tomatenmark dazu geben und noch kurz mitbraten. Mit passierten Tomaten und ein wenig Wasser ablöschen. Verrühren und schauen, ob die Konsistenz stimmt (wenn nicht, noch mit Tomatenmark oder Wasser nachhelfen).
Nun ca. 3 Esslöffel getrocknete Wakames und einen Teelöffel Thymian hinzugeben. Unter Rühren etwas köcheln lassen und abschmecken: eine Prise Zucker, ein Hauch Rosmarin, ein Teelöffel Instant-Gemüsebrühe und bei Bedarf noch eine Zehe Knoblauch aus der Presse dazu. Es sollte eine recht dickflüssige Soße entstehen, die dann auf Spaghetti oder anderen Nudeln serviert wird.

Auch mein omivorer Freund war sehr verblüfft über das unglaublich mediterran-maritim schmeckende Ergebnis! Der Geschmack erinnerte mich an meine Kindheits-Urlaube in Italien, an rustikale Fischsuppen, portugiesische Scampi-Soßen und alle „Meeresfrüchte-in-Tomatensoße“-Gerichte, die ich je gegessen hatte. Der Fisch fehlt mir in dieser Soße definitiv nicht.

Das Wakame-Experiment kann natürlich jeder mit der eigenen Lieblingsvariante von Tomatensoße machen, Wein statt Wasser nehmen, fertige Gemüsebrühe statt instant – und selbst die faule Fertigsoße wird vermutlich mit den Wakames deutlich aufgepeppt und „maritim“ verwandelt.

Dass ich mit „Spaghetti marinara“ ein schnelles, veganes Alltagsgericht gefunden habe, das ich tatsächlich in mein Standardprogramm einbauen kann, freut mich besonders. Und jetzt bin ich natürlich auch auf die anderen Algen neugierig!

Update: Mittlerweile hab ich festgestellt, dass WAKAME-Algen sehr unterschiedlich schmecken können – bis hin zu „kaum maritim“. Deshalb: dieses Rezept hab‘ ich mit Instant Wakames von Arche ausprobiert. Bei denen werde ich auch bleiben!

Autor: Claudia Klinger

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