Mein Weg in Richtung vegane Ernährung – ein Zwischenbericht

Da ein Veggie-Blog hauptsächlich Vegetarier und Veganer erreicht, nicht aber jene, die noch gar nicht vorhaben, dem Fleisch zu entsagen, hab’ ich den Zwischenbericht über ca. 18 Monate “unverbissen vegetarische” Ernährung lieber in meinem jetzt 13 Jahre alten Hauptblog “Digital Diary” veröffentlicht:

Meine Reise ins vegetarisch-vegane Universum – ein persönlicher Bericht über meine Ernährungsumstellung unter besonderer Berücksichtigung der Lust auf Fleisch.

“…flexitarisch, vegetarisch, vegan? Hauptsache, die Richtung stimmt!” – so hatte ich im Oktober 2010 mein funkelnagelneues Blog “Unverbissen-vegetarisch” untertitelt. Das Buch “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer hatte mir den letzten Kick gegeben, nun mal Nägel mit Köpfen zu machen und mich vom Fleischverzehr zu verabschieden. Und zwar ganz ohne militantes Sektierertum, ohne lustfeindliche Selbstkasteiung und nerviges Missionieren jener, die im Jargon der Szene “Omnivoren” heißen. Eben UNVERBISSEN! – … mehr lesen

Der Artikel eignet sich gut, um befreundete Fleisch-Esser zu interessieren und zu motivieren, selber mal Fleisch-Alternativen auszuprobieren. Er holt die Leute da ab, wo sie stehen, nämlich beim inneren Widerstand gegenüber dem gefürchteten Verzicht auf beliebte und tradierte Fleischgerichte.

Es wäre mir eine Freunde, wenn Ihr den Artikel an potenziell Interessierte weiter empfehlen könntet!

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Vegan kochen mit Björn Moschinski: Buch und Interview

Claudia Klinger / Unverbissen vegetarisch: Hallo Björn! Letzte Woche hab’ ich mir dein Buch Vegan kochen – für alle gekauft und finde es sehr gelungen: Die Rezepte sind einfach nachzukochen und schmecken trotzdem immer einen Tick besser, als das, was ich mir so als Alltagskost zubereite. Dein “veganer Gulasch” gehört zu den meistgelesenen Artikeln auf unverbissen-vegetarisch und in deinem veganen Berliner Restaurant Kopps kann man ins Staunen kommen, was mit Fleisch-Alternativen alles machbar ist. Wie bist du eigentlich selbst auf diese Schiene gekommen? Erzähl dochmal kurz deinen “veganen Werdegang”!

Björn Moschinski: Wenn ich von meinen Anfängen erzähle, zaubert das meist ein Schmunzeln in die Gesichter meiner Gegenüber, denn ich wurde durch Reportagen der Jugendzeitschrift BRAVO (!) über Massentierhaltung und Tiertransport beeinflusst. Eine gute Freundin bestärkte mich in meinem Vorhaben, Vegetarier zu werden, was ich dann – im zartem Alter von 14 Jahren – auch umsetzte. Weiterlesen

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Vegetarisch-vegane Wiener Schnitzel aus Sojafleisch

Eigentlich hatte ich Soja-Schnetzel und Co. nach einem missglückten Erstversuch abgeschrieben: ich hatte ein Big-Steak (= neben Granulat, Schnetzel und Medaillons die größte gehandelte Form) zu wenig eingeweicht und angesichts des “strohigen” Geschmacks erstmal davon Abstand genommen.

Das war ein Fehler! Man muss immer mehrere Experimente machen, um das Potenzial der Fleisch-Alternativen wirklich zu erkennen. (Auch das erste Fleischgericht, das jemand kocht, der keine Ahnung hat, wird ja in aller Regel kein Gaumenschmaus sein.) Doch kürzlich brachte mich ein tolles Video auf die richtige Spur: In “Sensationelle Schnitzel selbst gemacht” zeigt Peter vom Blog “Die Umsteiger-weg vom Fleisch”, wie einfach es ist, aus Soja-Medaillons “Wiener Schnitzel” zu machen, die wirklich begeistern.

Ich hab’ das gleich mal nachgekocht und war hin und weg! Auch mein Fleisch-Essender Freund war sehr angetan und hat weit mehr “Schnitzel” verspeist, als in der Fleisch-Variante möglich gewesen wäre.

Wiener Sojaschnitzel mit Krautsalat und süß-saurer Soße

Schon beim ersten Versuch bekam ich Appetit auf die Kombination mit einer asiatischen süß-sauer-Soße und Krautsalat. Die Soße ist leider nicht mit aufs Bild gekommen, die hab’ ich auch einfach dazu gekauft und nicht selbst gemacht.

Hier meine Rezept-Variante:

  • Sojamedaillons in doppelt konzentrierter Gemüsebrühe 10 Minuten kochen, weitere 5 Minuten im Sud stehen lassen.
  • Anschließend die Medaillons ausdrücken – zwischen zwei Brettern oder mittels Einrollen in einem frisch gewaschenen Küchenhandtuch.
  • Nebeneinander auslegen und auf beiden Seiten ordentlich würzen: scharfer Paprika, Pfeffer – ich hab auch mal “Hähnchengewürz” verwendet, was auch gut geschmeckt hat. Ob noch Salz nötig ist, kommt drauf an, wie stark die Brühe schon gesalzen hat. Einfach mal probieren!
  • Für die Pannade in einem tiefen Teller oder einer Schüssel Wasser, Hefeflocken und Mehl mischen bis die Flüssigkeit eine leicht cremige Konsistenz hat. Statt Ei gebe ich einen Löffel “NoEgg” dazu, was aber nicht wirklich nötig ist (Peter kommt ohne aus).
  • Nun die Medaillons einzeln in die Flüssigkeit tauchen, dann in Semmelbrösel wenden
  • In einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten braten – fertig!

Für den Salat hab’ ich die Hälfte eines flachen Weißkohlkopfs in dünne Streifen geschnitten, 2 geschälte Möhren dazu geraffelt und ihm mit Essig, Sesamöl, Salz, Pfeffer und ein wenig Zucker eine “asiatische Anmutung” gegeben. Dazu die gekaufte Süß-sauer-Soße – göttlich!!!

Auch ganz toll: Die fertigen Schnitzel schmecken tags drauf als kalter Imbiss. Wer zum Arbeiten unter Leute geht, kann da gut mal Kostproben verteilen, die Normalesser einigermaßen verblüffen!

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Milchwirtschaft: Vom Loch im Bauch der Kuh

Wer sich Vegetarier nennt, ernährt sich von Pflanzlichem und Produkten “vom lebenden Tier” – so die Definition und wohl auch für die meisten Praxis. Milch im Kaffee, Joghurt, Sahne, Quark und jede Menge Käse als vielfältige Fleisch-Alternative: das alles gleich auch noch aufzugeben, wenn man sich schon vom Fleisch verabschiedet, ist für viele ein zu großer Schritt.

Auch an mir selber hab’ ich das erfahren: erstmal hatte ich versucht, mich “so vegan wie möglich” zu ernähren, doch war mir diese Umstellung binnen Kurzem dann doch zu viel und ich ließ die Zügel wieder lockerer. Schließlich ist die Milchwirtschaft nicht ganz so grausam wie die “Fleischproduktion” und das Käse-machen ist immerhin eine tolle menschliche Kulturleistung. So beruhigte ich jenen Teil in mir, der einfach nicht will, dass Tiere für meine Ernährung allzu viel leiden, wohl wissend, dass auch in der Milchwirtschaft keine glücklichen Kühe existieren: ihr Kalb wird ihnen weggenommen, damit sie weiter Milch in riesigen Mengen produzieren – und nach dem dritten Kalb und Jahr werden sie geschlachtet, obwohl sie noch weitere 20 Jahre leben könnten. Weiterlesen

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Nicht versäumen: VeggieWorld, die Messe für nachhaltiges Genießen

VeggieWorld LogeIm letzten Jahr fand die VeggieWorld zum ersten Mal statt – und weil ich gerade in Wiesbaden war, hab’ ich sie mit einiger Neugier besucht und hier darüber berichtet. Es war toll, inspirierend und sehr informativ. Man kann auch eine Menge Geld sparen, denn auf der Messe bieten die Hersteller veganer und vegetarischer Produkte die Möglichkeit, alles mal zu probieren. Wer schon mal einen veganen Käse für 4,95 bestellt, probiert und in die Tonne geklopft hat, weiß, wovon ich rede! Auf der Messe fand ich tatsächlich schmackhafte Käse-Varianten und auch das umfangreiche vegane Wurst-Angebot konnte ich durchprobieren und ging einigermaßen bepackt nachhause.

Hier die Presseerklärung des VEBU zum zweiten Durchlauf:

Vom 24. bis 26. Februar geht die „VeggieWorld – Die Messe für nachhaltiges Genießen“ zum zweiten Mal an den Start. Diesmal mit sportlichen Weltrekorden, kulinarischen Weltpremieren und Fleisch aus der Retorte. Der Veranstalter erwartet über 20.000 Besucher.

Veggieworld - Foto: Vebu

Berlin/Wiesbaden; 26.01.2012. Dieses Jahr werden wieder über 20.000 Besucher auf der VeggieWorld erwartet. Dazu tragen unter anderem die veganen Hochleistungssportler Michael Griesmeier und Arnold Wiegand bei, die bei acht Stunden Live-Dauersport ihre Fitness auf Laufband und Laufrad unter Beweis stellen.

Für kulinarischen Genuss sorgt VEBU-Chefkoch Jérôme Eckmeier, der den Besuchern in einer Live-Kochshow vegane Gerichte zum Probieren zaubert. Außerdem werden wie im Vorjahr „Das Kochbuch des Jahres“ und der „Innovationspreis 2012“ verliehen. Darüber hinaus präsentieren zahlreiche Aussteller ihre Produktneuheiten, wie auch die Tiefkühlmarke FRoSTA, die in Zusammenarbeit mit dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU) vier neue vegetarische Produkte entwickelt hat und diese auf der diesjährigen Messe erstmals der Öffentlichkeit vorstellt. Weiterlesen

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Wer es nicht ganz lassen mag: Gebt den Fleisch-Alternativen eine zweite Chance!

Dieser Artikel wendet sich durchaus auch an kritische Fleisch- bzw. “Normal-Esser” – wie übrigens das ganze Blog. Die Verminderung des allgemeinen Massen-Fleischkonsums mitsamt seinen üblen Folgen für Tier, Mensch und Umwelt ist mir wichtiger als die “reine Lehre” vom totalen Verzicht. Vegetarier/innen, die viel Käse und Eier “statt Fleisch” konsumieren, möchte ich ebenfalls inspirieren, es nochmal mit den Alternativen zu versuchen – es lohnt sich!

Wahr ist: den vollständigen Verzicht auf Fleisch mag nicht jeder leisten – und nur wenige, die es aus ethisch-moralischen Gründen doch tun, können ehrlich von sich sagen, dass ihr Geschmack dem Kopfbeschluss gleich brav gefolgt ist. Dabei gilt: Je länger man schon gelebt, eingekauft, gekocht und gegessen hat, desto fester eingegraben sind die entsprechenden Traditionen und Gewohnheiten, und desto schwieriger ist der Einstieg in eine deutlich pflanzlichere Ernährung (Was mit 25 noch “ganz easy” ist, ist mit 50+ oft eine Riesenhürde).

Vom Umgang mit der Lust auf Fleisch

So hat man normalerweise seine fünf bis fünfzehn “Lieblingsgerichte mit Fleisch”, z.B. Gulasch, Geschnetzeltes, Wiener Schnitzel, Bolognese, Steaks, Frikadellen, Rouladen etc. Auf solche kulinarischen Hits dauerhaft zu verzichten ist wirklich nicht leicht. Eine Menge einfach zu erlangende Genüsse entfallen und wenn nur “mehr Käse und Eier” die Lücke füllen, ist auch ethisch-moralisch und gesundheitlich nicht viel gewonnen. Die Lust auf Fleischgerichte bleibt, nicht bei allen, aber bei vielen. Weiterlesen

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