Ich sags gleich: an der Optik muss ich noch arbeiten, deshalb gibts erstmal kein Bild! :-)
Es war schon länger her, dass ich mal selber Pizza gebacken hatte, doch jetzt wollte ich es wissen. Was würde besser schmecken: der bekannte Hefeschmelz, den viele Veggies zum Überbacken einsetzen, oder der „Wilmersdorfer Pizzaschmelz“, ein extra für die Pizza entwickelter Käse, der schon gleich streufertig in der Tüte angeboten wird?

Für die eine Hälfte der Pizza bereitete ich also den Hefeschmelz vor – nach folgendem einfachen Rezept:

150 ml Gemüsebrühe (statt Wasser im „Originalrezept“)
4 EL Edelhefeflocken
2 EL Margarine (Alsan)
3 TL Mehl
1 TL Senf
etwas Soja Cuisine (Sahne bzw. Creme Fraiche-Alternative)

Die Butter-ähnliche Alsan wird geschmolzen, dann kommt das Mehl hinzu und wird mit dem Fett verrührt, bis es Blasen wirft. Dann die Brühe hinzu geben. Es folgt der Senf und die Hefeflocken, bei Bedarf (=wenns zuwenig flüssig wird, weil Brühe verdampft ist) noch etwas Wasser zugeben – fertig.

Der Belag

Den Pizzateig hatte ich selber zubereitet, ausgerollt und auf ein geöltes Backbleck ausgebreitet. Eine mehrere Stunden zuvor gekochte Pizzasoße (= halbe Zwiebel angeschwitzt, passierte Tomaten dazu, sowie ein halbes Glas roter Pesto, dazu Oregano, Pfeffer, Kräutersalz und zwei gepresste Knoblauchzehen) verteilte ich auf dem Blech. Auf die rechte Seiten kam nun gleich der „Wilmersburger“, der laut Hersteller zusätzliche Feuchtigkeit braucht, um zu schmelzen. Die ganze Pizza verzierte ich dann noch mit in Scheiben geschnippelter veganer Chorizo (2 x Spacebar), Champignonscheiben und ein paar Zwiebelringen. Dann verteilte ich den Hefeschmelz auf der linken Seite, den ich zuvor wieder etwas anwärmen und verflüssigen musste. Dann noch ein bisschen Oregano und Pfeffer über alles – und ab in den Ofen.

Nach 20 Minuten bei mittlerer Hitze war der Teig eigentlich fertig, aber die „Käse“-Beläge brauchten noch ein wenig Zeit. Als fast eine halbe Stunde ‚rum war, definierte ich die Pizza als fertig, auch wenn der Hefeschmelz durchaus noch ein paar Minuten vertragen hätte, um vermehrt gebräunte Stellen zu bekommen. Am Vortag hatte ich das Überbacken mit einer Portion Nudeln ausprobiert, da war das gut gelungen, komischerweise in kürzerer Zeit.

Test-Ergebnis: phänomenal käsig – und ein Unentschieden

Zum Test-Essen war mein Liebster gekommen, der – wenn man schon Schubladen braucht – als „sehr reduzierter Fleisch-Esser bzw- Teilzeit-Vegetarier“ einzusortieren wäre. Zu zweit schafften wir es, das Pizzablech alle zu machen, weit über den Hunger hinaus. Was schon mal klar macht: es hat wunderbar geschmeckt!

Optisch sah die Hefeschmelz-Seite besser aus, bzw. „gewohnter“ – eben wie eine ordentliche, jedoch ziemlich fette Käseschicht. Der Wilmersburger war „eingesunken“ und durch den Kontakt mit der Tomatensoße dunkler und röter geworden, aber nicht vollständig geschmolzen. Jedenfalls konnte man einzelne Schnetzel noch erkennen.

Das hat dem Mundgefühl allerdings nicht geschadet, der Wilmersburger war weich und cremig, die Käseschnipsel nicht mehr spürbar. Deutlich massiver war der cremig-fettige Eindruck des Hefeschmelzes, da er sich weniger mit dem Rest der Pizza verbunden hatte. Geschmacklich waren wir von beiden Varianten begeistert. Jemand, der es nicht gewusst hätte, hätte die Pizza als ganz normale, sehr schmackhafte Selber-mach-Pizza mit (vielleicht im Hefeschmelz-Fall etwas eigenwillig-massivem) Käse-Finish wahrgenommen, davon sind wir überzeugt.

Ich freue mich, dass der Wilmersburger unseren Test bestanden hat, denn wegen einiger kritischer Kommentare und der optisch nicht 100%ig verlaufenen Struktur hatte ich gezweifelt, ob das klappen würde. Doch das Endergebnis hat uns dann doch voll überzeugt! Der Käse auf mancher TK-Pizza schmilzt sogar schlechter, z.B. der auf der Spinatpizza Ristorante von Oetker, der fast gar nicht mehr zerläuft.

Die TK-Pizza-Hersteller sollten ihr Sortiment erweitern!

Wer hat schon immer Zeit, eine Pizza selber zu machen? Ich koche wirklich gern, hab‘ aber nicht immer Lust und Zeit. Ab und an musste es dann halt mal eine vegetarische TK-Pizza sein, doch jetzt weiß ich, dass es auch anders, nämlich ohne alle Tierprodukte geht!! Sowas wie einen „Wilmersburger“ sollte doch auch den klassichen TK-Herstellern gelingen, die doch über Jahrzehnte an KnowHow verfügen und ständig bemüht sind, neue TK-Produkte in die Tiefkühltruhen zu bringen. Teurer dürfte es dadurch eigentlich nicht werden, jedenfalls nicht SO VIEL TEURER wie die einzige vegane TK-Pizza (Pizza Peperoni/Natural Cool), die ich bei einer Kurzrecherche fand. Die verzichtet ganz auf eine Käse-Alternative, was sie für mich unkaufbar macht.

FAZIT: Wieder einmal hat sich gezeigt, dass ein klassisches, viel gegessenes Gericht komplett ohne Tierleid machbar ist, OHNE dass man deshalb irgendwelche geschmacklichen Defizite in Kauf nehmen müsste. Das ist etwas, was Normalesser mehrheitlich nicht wissen bzw. nicht glauben. Wir können sie einladen und überzeugen, ja – aber ohne eine einfache Kauf-Alternative in allen TK-Truhen normaler Supermärkte (und ohne Veggie-Käse-Pizza in normalen Restaurants und Bringdiensten) wird das nicht viel bringen.

Ich bin gespannt, welcher große Hersteller zuerst auf den Zug aufspringt!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Diesen Artikel weiterempfehlen:


[diese Buttons übermitteln vor dem Klick KEINE Daten!]

Über Claudia Klinger

Unverbissen Vegetarisch gibts auch auf Facebook (ich freu mich über jedes "´Like"!) Mit allgemeinen Themen findet man mich auf meinem seit 1999 aktiven Digital Diary. Und Veggie-News gibts auf Twitter.com/unverbissen.
Dieser Beitrag wurde unter Produkte, Rezepte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

24 Kommentare zu Wilmersburger gegen Hefeschmelz: meine erste vegane Pizza

  1. Janek sagt:

    Ich stimme Dir vollkommen zu. Allerdings würde ein solches Produkt garantiert von Foodwatch für den Windbeutel des Jahres nominiert werden.

  2. Claudia sagt:

    @Janek: warum?

    Zum Glück gibts das Internet und ich kann vermutlich auch Foodwatch unaufwändig fragen, ob dem so sein würde und warum.

    Natürlich kann ich mir DENKEN, warum du das sagst. Bestimmte Teile der Veggie- und Tierrechtler-Szene finden es toll und nützlich, den ganz großen Krieg und Graben zwischen sich und allen Noch-Tierprodukt-Konsumenten zu führen bzw. zu vertiefen.

    So sehr ich deren „Stachel im Fleisch“-Funktion anerkenne und schätze, so kontraproduktiv ist diese Haltung andrerseits. Im Veggie-Ghetto bekommt man die Verhältnisse nicht wirklich verändert. Damit errreicht man vielleicht „persönliche Reinheit“, aber ehrlich gesagt, geht mir dieses Ziel am A… vorbei! Ich möchte tatsächlich weniger Tierleid – auch unter den nun mal gerade gegebenen Bedingungen.

    Doch ganz abgesehen von diesen ethischen und von der Mitgefühl-Fähigkeit und Willigkeit der Individuen abhängigen Motive, zwingt uns die Notwendigkeit, die Biosphäre des Planeten Erde zu erhalten, zur Verringerung des Fleischkonsums. Das ist für alle intellektuell Redlichen einsehbar, da spielt „weil’s ja so lecker ist“ dann eben nurmehr die Rolle eines leidigen Hindernisses.

    Das man beiseite räumen kann durch Promoten aller Varianten von Fleisch-Alternativen. Die ganz genauso lecker sein können… nur wissen das die wenigsten!

    Was mich umtreibt, ist die Erkenntnis, dass 95% des gängigen Fleischkonsums durch Alternativen ersetzbar sind, die keinerlei sinnliche Verzichtsgefühle von Fleischfreunden erfordern. Letztlich kommt es dabei auf die Kochkunst an – aber wer hat heute noch oft genug Zeit und Lust dazu?

    Und deshalb gibt es sie nun mal jetzt, die Nahrungsmittelindustrie. Versorgt die meisten mit dem, was sie „auf die Schnelle“ zubereiten wollen – so preiswert und geschmackvoll wie möglich.

    Ohne sie wird die „Fleischwende“ nicht zu machen sein! Warum sie also bashen, wenn síe endlich eine vegane Pizza herstellen? Vielleicht sogar erstaunlich viel besser als das wenige, was es schon gibt? Preiswerter und in jeder TK-Truhe?

  3. Claudia Klinger sagt:

    P.S.: um mit Fleisch-Essenden ins ernsthafte Gespräch über die 95% Ersetzbares zu kommen, muss man allerdings zugeben können, dass es 5% „Unersetzliches“ gibt. Z.B. das medium gebratene Filet- oder Rumsteak eines möglichst naturnah gehaltenen Bio-Rinds….

  4. Janek sagt:

    Claudia, ich bin voll auf Deiner Seite. So wie Du sehe ich mich eher als Veggie-Realo und nicht als -fundi. Vegane TK-Pizza, die nicht aus den USA rangekarrt wurde? Immer her damit.

    Was ich mit meinem etwas schnippischen Kommentar sagen wollte: So ein Veggie“käse“ gehört vermutlich in die Kategorie der billigen Täuschprodukte à la Analogkäse. Da kommen Foodwatch und Co. gleich mit Verbrauchertäuschung daher. Welcher der großen TK-Pizza-Hersteller will das riskieren?

    Ansonsten hast Du vollkommen recht: Wir haben es weniger mit einem geschmacklichen als einem lebensmitteltechnischen Problem zu tun. Kram wie „Toasty“ sollte ganz easy ohne Fleisch herstellbar sein, wenn die Hersteller nur wollten.

  5. Alex sagt:

    @Janek: Wenn es korrekt deklariert wird, gibt es auch keinen Grund, es als Täuschungsmanöver anzuprangern. Bei einem veganen Produkt die Verwendung von Käse etc. vorzutäuschen, ergäbe auch keinen Sinn.

  6. Janek sagt:

    Ich habe ja keine Ahnung von Lebensmittelrecht, insofern besteht die Chance, das alles, was ich hier sage, großer Quatsch ist. Aber wenn Du eine Pizza herstellst und vorn auf dem Foto Pizza mit ordentlich Käse zu sehen ist, dann aber gar kein Käse (im Sinne von Kuhkäse) drauf ist, dann schreien die Verbraucherschützer auf. Die Diskussion über die Diskrepanz dessen, was auf Produktfotos zu sehen ist und im Produkt wirklich enthalten ist, gibt es ja regelmäßig bei Erdbeerjoghurts und ähnlichen Produkten.

    Das ist das Einzige, was ich in die Runde werfen will. Quasi als Denkanstoß, welche Probleme ein Hersteller haben kann, um ein derartiges Produkt im großen Stile herzustellen.

    Aber wie gesagt: Eigentlich habe ich davon keine Ahnung und sollte besser die Klappe halten.

  7. Hoffmann sagt:

    Auf eine TK-Fertigpizza sollte dann eben groß „VEGANE PIZZA“ draufgeschrieben werden.

    Aber grundsätzlich halte ich TK-Pizzen für unnötig. Am Besten schmecken die frisch gemacht, aber wer faul ist macht eben gleich mehr Pizzen auf Vorrat zum Einfrieren:
    Diese frühzeitig aus dem Ofen holen nachdem sie aufgegangen sind/nicht fertigbacken, abkühlen lassen u. portionsweise einfrieren.
    Empfehlen würde ich einen kleinen Pizzaofen (z.B. Ferrari für ca 100 Euro, schaut bei ebay u.a.) der Temp. von 350-400 Grad erreicht, dann ist eine Pizza in 5-7 min fertig u. schmeckt auch wie vom Pizzabäcker.

    Hefeschmelz als Belag habe ich auch schon getestet aber das ist aufwändig u. schmeckt mir lange nicht so gut wie der Wilmersburger Pizzaschmelz.

  8. bobby sagt:

    Hallo,

    für mich als Wenig-Fleischesser und Gelegenheits-Vegetarier ist das ein sehr interessantes Rezept, dass Appetit auf mehr macht.

    habe es zwar auch schon geschafft fast drei Jahre ohne Fleisch zu leben, aber leider ist das Experiment irgendwann gescheitert.

    Versuche aber immer noch wo es für mich möglich ist auf Fleisch zu verzichten. Milchprodukte esse ich eh seit vielen Jahren so gut wie gar nicht mehr.

    Ich finde es echt bewundernswert, was sich in letzten Jahren in Sachen Veganer Esskultur so alles getan hat.

    In den achtziger Jahren war es echt sehr schwierig sich so zu ernähren.

    TK-Pizza wäre da aber leider doch nichts für mich, da ich alles gerne so frisch wie möglich esse. Als Tk-Ware nutze ich lediglich Staudensellerie und Knoblauch, aber das mache ich dann aus frischen Produkten lieber selber.

    „Gruß von den sieben Wellnesswundern“

  9. Pingback: Wilmersburger Pizzaschmelz schmilzt immer noch nicht » Unverbissen vegetarisch

  10. Vielleicht sollten wir die Pizzabäcker um die Ecke fragen, was sie von Quasi-Käse halten. Dass es vegetarisch nicht gut genug ist, und vegan sein muss, mag ich übrigens gar nicht nachvollziehen. Aber ich finde schon, dass Grünkern- oder Dinkelbratlinge auch bei McD ins Sortiment gehören.
    TK-Pizza oder frisch gemacht zu Hause: Wenn im Single-Haushalt die Zeit fehlt und in der (Klein/Rest-Patchwork-) Familie auch, heißt das ja nur, dass diese atomisierten Micro-Strukturen Ausdruck einer kranken Gesellschaft sind, und TK-Produkte nicht die Heilung darstellen.

  11. Claudia sagt:

    @Klaus-Peter: was „gut genug“ ist, muss jeder für sich entscheiden – und für mich ist das tatsächlich eine Entwicklung.

    Also kein bloß mentales Umschalten von jetzt auf gleich, sondern ein Prozess der erforschenden Auseinandersetzung mit pflanzlichen Lebensmitteln, während und mit Hilfe dessen man nach und nach ausprobiert, was an tierischen Produkten verzichtbar ist. Und da sind Milchprodukte dann halt auch mal dran, wenn deutlich wird, dass sich die Grusligkeiten der Massentierhaltung ja nicht auf Mastvieh beschränken – ebensowenig wie die Umweltschäden!

    Nun bin ich immer schon ein Käse-Fan und hab mir wie alle gedacht: darauf werd ich wohl nie verzichten können/wollen! (=genau derselbe Spontanreflex, den Normalesser bzgl. der Idee des Fleischverzichts empfinden.)

    Für mich ist mittlerweile aber klar: Es muss nicht um totalen Verzicht gehen, um die Zustände, die wir alle hassen, zu ändern, aber offenbar ist diese Forderung besonders geeignet, viele Menschen in Bewegung zu versetzen – sich also endlich daran zu machen, ihre Gewohnheiten zu verändern!

    Ich hab mir nie Käse „verboten“, aber ausprobiert, was es da für Alternativen gibt. Grade beim Käse siehts im veganen Sektor erstmal nicht gut aus, vieles hab ich in die Tonne getreten. (Was bei den Preisen richtig schmerzt) Mittlerweile aber hab ich eine Marke gefunden, deren „Käse“ mir besser schmecken als die Mehrheit der belanglosen Standardkäse, die früher meinen Kühlschrank füllten! Diese Sorten muss ich allerdings nicht in den Mengen kaufen, die meinem früheren Käse-Umsatz entsprächen. Nicht nur wegen des teuren Preises, sondern weil mir WENIG richtig Gutes in Sachen Käse mittlerweile wirklich reicht. (Für allerlei schnelle Mahlzeiten hab‘ ich ja mittlerweile viel anderes entdeckt als fantasielose Käsebrote).

    Aber GEWUNDERT hab ich mich schon, als ich kürzlich den Bergkäse meines Freundes probierte, der erste „richtige“ Käse nach längerer Zeit – und er schmeckte mir nicht mehr! War mir zuwenig würzig…. :-)

  12. Homeveganer sagt:

    @Klaus-Peter: „Dass es vegetarisch nicht gut genug ist, und vegan sein muss, mag ich übrigens gar nicht nachvollziehen.“

    Ich sehe es eher so, wenn man schon etwas vegetarisch macht, kann man es auch gleich richtig machen, nämlich vegan ;-) Das hat mehrere Vorteile: Man vergrößert sofort seinen möglichen Kundenkreis und kann sich gleich noch mit einem Vegan-Label schmücken. Ich denke, dass hört sich sogar für Nicht-Veganer besser an, als Analog-Käse. Der wird sowieso oft in der Gastronomie verwendet, weil er nicht gekennzeichnet werden muss. Und wenn etwas komplett tierleidfrei ist, kann das nur gut sein. Es muss natürlich schmecken!

    Viele Hersteller erkennen auch langsam, dass vegetarisch eben nicht reicht. Iglo paniert z.B. seine Spinatstäbchen ohne Ei und damit ist das Produkt gleich vegan und keiner merkt den Unterschied ;-)

    @Claudia: Und genauso gut könnten die auf einer Tiefkühlpizza auch die vegane Alternative verwenden, da gebe ich dir völlig recht. Erst wenn die Industrie das in großen Mengen verwendet, steigt auch die Akzeptanz. Und der Preis ist dann sicher auch kein Problem mehr in den Mengen.

    Welche „Käse“-Marke hast du denn für dich entdeckt? Wenn ich lese „schmeckt, teuer“ fällt mir spontan der No-Muh von Vegusto ein. Liege ich richtig? Ich mag den total (Rezent) und genieße den richtig :)

  13. @Homeveganer: na klar, es kann nur No-Muh sein. Ich hab etliches probiert, aber ausschließlich DIESER „Käse“ befriedigt eine Käseliebhaberin wirklich – und toppt sogar eine Menge „durchschnittlicher“ Milchkäsesorten um Längen! Ich hab gerade die Gelegenheit, alle Sorten auszuprobieren – dazu aber demnächst ein extra Posting!

    Ja, ich denke mir auch immer; wenn die klassischen etablierten Nahrungsmittel-Designer bei den Großherstellern ihr KnowHow endlich einsetzen würden, um all die vielen beliebten Produkte, bei denen das locker möglich ist, vegan anzubieten, dann wäre viel gewonnen! Es ist der Fakt, von dem viele ganz normale kritische Alles-Esser mangels Erfahrung einfach nichts wissen: all die vielen Zutaten vom Tier in tausenden von Produkten BRAUCHT ES NICHT, um ein tolles Geschmackserlebnis zu haben.

    Ich bin gespannt, wie langsam oder schnell die alle bemerken, was sich da für Möglichkeiten auftun, um zusätzliche Zielgruppen anzusprechen (dem Kapital ist es ja egal, womit es sich mehrt),

    Andrerseits ist es auch gut, dass sie so schlecht bewegliche „Tanker“ sind: so haben viele neue kleine Unternehmen eine Chance – Vegusto zum Beispiel.

  14. @ Claudia:
    Ich bin halt bloß ehrlich; wenn ich Deinen Standpunkt auch nachvollziehen kann, mag ich das nicht praktisch-konsequent- 100%-ig tun.
    Was den Imperativ „Esst kein Fleisch“ betrifft, ist das – bezogen auf unseren Kulturkreis – vermutlich eine Ableitung, die auf Pythagoras zurückgeht, der über die Annahme der Seelenwanderung zu dieser (?) Aussage kam; es kann aber auch sein, dass es ihm (so) nur in den Mund gelegt worden ist.

    Es gibt aber auch Hinweise, dass die Menschenrechte in diesen Gedanken ihre Wurzel haben.

    Ansonsten werd* ich mir demnächst mal einen Eindruck vom veg. „Käse“ auf Pizza verschaffen – probiert hab‘ ich ihn schon mal.

    Und heute habe ich erst mal ein Kimchi angesetzt…

  15. Claudia sagt:

    @Klaus-Peter: ich bin auch nicht „100%ig konsequent“ und will auch echt niemanden in der Richtung nerven!!! Ich probiere halt aus, was an Alternativen gut geht – und es geht verdammt viel, viel mehr, als ich je gedacht hätte, als ich noch „Alles-Esser“ war!

  16. Hoffmann sagt:

    Übrigens ist Analogkäse nicht vegan, dieser wird meist auch mit Molke u.a. vom Tier hergestellt. Besser ist es sowieso TK-Pizza selbst herzustellen, da weiß ich was drin ist.

    Zum Wilmersburger Pizzaschmelz gibts übrigens schon eine Alternative: Veganic Pizza Cheese. Noch hab ich den nicht getestet, dürfte aber nach den Zutaten dasselbe sein wie der von Wilmersburger. Der Preis ist allerdings günstiger, nur noch 9 Euro/kg.

  17. kat sagt:

    Hallo,
    bin zufällig hier gelandet und wollte gern meinen Senf dazu geben. :) Ich war nie ein riesiger Pizza-Fan, fand ich immer zu fettig. Als ich dann Veganer wurde und zum ersten Mal selbst Pizzateig machte, kam halt auch die Frage nach dem Käse auf.
    Und ich ließ ihn einfach ganz weg.
    Zwischenzeitlich hab ich auch mal den wilmersdorfer ausprobiert aber uns schmeckt es ohne viel besser.
    Für mich kommt es auf den Belag und die Soße an, das muss stimmen. Besonders steh ich auf Räuchertofu, Ananas, Mango, Oliven, Zwiebeln, Tomaten und Champignons – alles zusammen kommt auf meine Pizza.
    Die erste Pizza vor keine Ahnung wievielen hundert Jahren war ja auch ohne Käse. Es war damals eher ein „arme-Leute-Essen“. Irgendwann gab es dann eine Königin Margarita und die wollte unbedingt eine ganz besondere neue Pizza, so kam der Käse drauf.

    Schöne homepage hast Du hier. :)

    Viele liebe Grüße,
    kat

  18. waschtl sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich grad ziemlich erstaunt bin – dir ist schon bewusst, dass auf den meisten TK-Pizzen heute sowieso keinen normalen Käse mehr drauf ham?
    Meist ist da „Analogkäse“ drauf. Der ist zwar nicht zwangsläufig vegan, oft aber schon. Wikipedia das mal :)

  19. Carina sagt:

    @watschl: Es ist schon wahr, dass die meisten Pizzahersteller Analogkäse auf den Pizzen haben, aber leider in der Regel gemischt mit echtem Käse. Das bringt dem, der auf Käse verzichten möchte, nun gar nichts. Dem Hersteller dagegen erspart es Kosten. Gemischt wird es, damit der Verbraucher das nicht merkt, dass auch Analogkäse drauf ist. Dazu gab es einen guten Bericht im WDR Fernsehen im Mai dieses Jahres.
    Gruß
    Carina

  20. Pingback: Bester veganer Käse – ein Update » Unverbissen vegetarisch

  21. Arnd sagt:

    Die Butter-ähnliche Alsan wird geschmolzen, dann kommt das Mehl hinzu und wird mit dem Fett verrührt, bis es Blasen wirft. Es folgt der Senf und die Hefeflocken, bei Bedarf (=wenns zuwenig flüssig wird, weil Brühe verdampft ist) noch etwas Wasser zugeben – fertig.

    Da fehlt irgendwo die Stelle, wo die Brühe zugegeben wird – vermutlich vor den Hefeflocken?

  22. Arnd sagt:

    Habe gerade eine Pizza im Ofen mit Hefeschmelz.
    Das Rezept ist ja eigentlich Mehlschwitze plus Hefeflocken … ich wundere mich wie das funktionieren soll, da ist doch eigentlich gar nix drin das schmelzen kann? Oder die Hefe?
    Mal sehen, in einer Viertelstunde weiß ich mehr.

  23. Arnd sagt:

    Naja. Ganz okay. Geschmolzen ist da erwartungsgemäß nichts. Einfach eine zweite Sorte Soße oben drauf.
    Schmecken tut es wie das, was es ist – eingedickte Gemüsebrühe.
    Noch nicht der Weisheit letzter Schluss.
    Vielleicht zu wenig Fett oder zu wenig Hefe, muss wohl noch experimentieren.

    Danke übrigens für die Hefeflocken!

  24. Claudia Klinger sagt:

    Danke Arnd, ich hab das verbessert / ergänzt. Komisch, dass es bisher niemandem aufgefallen ist!

    Hefeschmelz ist der übliche Ersatz für alles, was man überbäckt – es bräunt auch leicht an, wenn man lang genug wartet. Und je mehr Fett, desto „schmelzender“ ist die Anmutung…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*