Unverbissen vegetarisch

…flexitarisch, vegetarisch, vegan? Hauptsache, die Richtung stimmt!

Ich nehm dann mal ab….

Nicht wenige Menschen meinen, eine Umstellung auf vegane Ernährung reiche schon aus, um wieder zu einer schlankeren Linie bzw. dem Normalgewicht näher zu kommen. Dem ist nicht so, wie ich bemerken musste, als ich 2011 auf „weitgehend pflanzlich“ umstellte. Da ich nicht gesundheitlich motiviert war, hat mich das nicht weiter interessiert, doch mittlerweile bin ich schwerer und voluminöser geworden und beginne, die damit verbundenen Defizite zu spüren. Kurzum: Abnehmen ist angesagt – und das NICHT aus optischen Gründen!
abnehmen

Ach, lasst mich doch mit dem ganzen Schlankheitswahn in Ruh!

„Dicke leben länger“ – als dieses paradoxe (und irre führende) Studienergebnis durch die Presse schwappte, ging mir das runter wie Öl und bestätigte meine Ignoranz gegenüber dem eigenen „mehr werden“. Man redet sich ja so gerne den Status Quo schön, und „dick“ fühlte ich mich sowieso nicht, höchstens ein bisschen „mollig“.

Dass ich nach den gängigen Kriterien mit BMI 32 bereits im adipösen Bereich liege, sah ich lediglich als Beweis dafür, dass diese Werte unsinnig sind: verrücktes Schlankheitsideal und so!

All die Theorien und Tipps zum Abnehmen (Low Carb, Low Fat, Achtung Hungermodus!, Setpoint, Jojo-Effekt, Stoffwechsel ankurbeln, 5 am Tag, 6 am Tag, morgens wie ein König, nicht nach 18 Uhr, niemals Bananen wg. Bauchfett, usw. usf.) kamen mir zudem höchst unübersichtlich und widersprüchlich vor. Am besten, man macht sich keinen Kopf und genießt das Leben, dachte ich mir.

Langsam aber sicher wird dieses Genießen allerding weniger und das erreichte Gewicht ist dabei ganz gewiss ein Faktor. Ich will nicht umziehen, um mein Gewicht nicht mehr in den 3.Stock schleppen zu müssen – und auch sonst haben sich einige Zipperlein angesammelt, die sich vielleicht wieder bessern, würde ich wieder normalgewichtig.

Der Motivationsschub: Fettlogik überwinden!

Den Anstoß, nun tatsächlich etwas zu ändern, bekam ich ganz unerwartet auf dem Blog „robins urban life stories“. Im Rahmen einer Artikelserie zur eigenen Abnehmgeschichte spielte die Rezension des E-Books „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann (in der Blogosphäre bekannt durch ihr Blog „Erzählmirnix“) eine zentrale Rolle. Schon der Einstieg klingt faszinierend:

„Vermutlich hat jeder Mensch, der mal im Laufe seines Lebens versucht hat abzunehmen, irgendwann mal einen Diätratgeber in die Hand genommen oder Zeitschriften zu dem Thema gewälzt. Und vermutlich hat das nie etwas gebracht und deshalb kotzt euch das alles jetzt sehr an. Und trotzdem möchte ich euch heute ein Buch empfehlen, das überhaupt kein Diätratgeber sein will, aber in meinen Augen sämtliche Ratgeber für alle Zeiten überflüssig macht.“

Robin hat nach Seite 50 beschlossen, ihr Leben zu ändern. Ich kaufte mir das Buch, las es noch am selben Tag durch und beschloss: ich nehme jetzt ab, endlich mal!

Fettlogik überwinden - CoverDas Buch Fettlogik überwinden toppt tatsächlich alles, was ich seit langem über „Abnehmen“ gelesen habe. Es wirkt wie eine Offenbarung, obwohl es „nur“ zu einer einfachen Wahrheit zurück führt:

„Abnehmen = weniger Kalorien aufnehmen als man verbraucht.“

Banal? Keineswegs! Was mittlerweile alles über die Möglichkeit und Unmöglichkeit abzunehmen geschrieben und kolportiert wird, hat diese einfache Wahrheit fast vergessen lassen oder sogar als FALSCH hingestellt. Nadja Hermann hat sich deshalb tief ins Thema eingelesen und alles, was derzeit so geglaubt wird, mal auf Plausibilität gecheckt. Sie hat zig Studien gesichtet, die auch allesamt im Buch verzeichnet sind – ohne dass deshalb die Sprache irgendwie akademisch kompliziert würde.

Vor allem: Nadja ist keine Sachbuch-Schreiberin, die mal eben ein Thema behandelt, das „immer geht“, sondern hat eine eigene, höchst erfolgreiche Abnehmgeschichte vorzuweisen, die sich wahrlich sehen lassen kann. Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

Gewicht-Entwicklung

Aufklärung kann weh tun

Seit das Buch im KINDLE-Shop erschienen ist (eine gedruckte Version soll es irgendwann auch geben) hält es locker Verkaufsrang 1 in den Bereichen „Medizin“ und „Allgemeine Psychologie“. Es ist Aufklärung im besten Sinne, denn es werden keine neuen Diät-Tipps oder gar Glaubenssätze verbreitet, sondern Fakten zur Kenntnis gegeben, deren Klarheit und Wahrheit man sich nicht so einfach entziehen kann. Klar, dass das manchen weh tut, denn auch die vielen Theorien, warum man persönlich nicht abnehmen kann, werden konsequent dekonstruiert. Ich zitiere mal Marco, der das auf Amazon gut in Worte fasst:

Was „weiß“ man über den „Hungermodus“ des Körpers, den „kaputten“ oder – wahlweise „langsamen“ Stoffwechsel? Wie gefährlich sind Jojo-Diäten? Wie unsinnig ist der BMI? Gehen Kalorien, die man am Abend zu sich nimmt direkt auf die Hüften? Ist man „genetisch“ anders? Ist ein bisschen Übergewicht nicht sogar „gesund“?

Nadja Hermanns „Rezept“ gegen diese falschen – ja – abergläubischen Vorstellungen ist so einfach, wie (seltsamerweise) ungewöhnlich: Rationalität, Fakten und Aufklärung! Es ist eigentlich ganz simpel: Man nimmt genau dann ab, wenn man weniger Kalorien zuführt, als man verbraucht. Es gibt keine magischen Besonderheiten, die das verhindern oder einen selbst zur Ausnahme von dieser Regel machen. Das zeigt die Psychologin dadurch, dass sie belegt, dass die meisten der angeblichen Wahrheiten über das Gewicht nichts weiter sind als „Fettlogik“. Ausreden mit denen man sich selbst einredet, warum der eigene Wunsch zum Abnehmen nicht funktioniert. Hinter den meisten Fettlogiken stecken aber Ideen, die sich entweder gar nicht wissenschaftlich bestätigen lassen oder aus einer fehlerhaften Interpretation von Studien stammen. Hermann listet aber Studie um Studie auf, die zeigen, dass es (fast) völlig egal ist, was man isst oder wie man selbst konstituiert ist: Man nimmt dann ab, wenn die Kaloriebilanz negativ ist und diese Erkenntnis kann sehr befreiend sein und dabei helfen, seinen eigenen Weg zu finden, der jenseits aller Pseudodiätwahrheiten liegt.

Persönliches Fazit

Mir kommt die „Methode Hermann“ sehr entgegen, denn ich mag das rationale, logische und nachvollziehbare Herangehen ans Thema. Es motiviert ungeheuer, sich wieder klar darüber zu werden, dass Abnehmen im Grunde eine einfache Sache ist. Seit drei Tagen schreibe ich auf, was ich esse und ermittle die Kalorien im Einzelnen und die Tagesdosis. Mit 1000 bis 1300 kcal/Tag hat das Abnehmen bereits begonnen – ich staune! Da ich mich derzeit sowieso wieder mehr vegetarisch / pescetarisch ernähre, bin ich guter Dinge, ohne weitere exakte Planung der Nährstoffzufuhr von meinem Übergewicht herunter zu kommen (Vitamin B12 und D supplementiere ich weiter, genug Calzium nehm‘ ich per angereicherter Sojamilch und Mineralwasser zu mir).

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Zu den Rezensionen von „Fettlogik überwinden“ auf Amazon.

Bilder: © VRD / Fotolia.com, Nadja Hermann / Fettlogik überwinden

Autor: Claudia Klinger

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