Bisher hatte ich den Seitan immer im offenen Topf gekocht, wie es im Beitrag Seitan aus Weizengluten selber machen beschrieben ist. Die nicht ganz so feste Konsistenz, die manchen “zu fluffig” ist, hat mich nicht gestört, im Gegenteil.

Trotzdem hab ich jetzt mal die Methode mit den Kochbeuteln ausprobiert. Also wie auch bisher auf ein Teil (=Kaffeepott) gewürztes Weizengluten-Mehl diesselbe Menge Flüssigkeit (Gemüsebrühe mit Sojasauce und pürierte Tomaten). Beides kommt dann zusammen in eine Schüssel und wird zum Teig vermischt und geknetet. Anschließend klopfte ich den Teig länglich flach und schnitt ihn in zwei Teile. Jedes Teil bekam einen “Kochbeutel” – nämlich einen ganz normalen Gefrierbeutel. Dazu je so zwei bis drei Schöpfkellen Gemüsebrühe, dann band ich die Beutel zu und gab sie in kochendes Wasser.

Fester, aber nicht gummiartig!

Nach einer guten Stunde befand ich den Seitan für fertig. Die Beutel kann man erkalten lassen und dann direkt so einfrieren oder bis zur Verwendung im Kühlschrank aufheben.

Das Ergebnis: tatsächlich ist der Seitan fester – und glücklicherweise ohne jeden Touch von “Gummihaftigkeit”. Dabei hatte ich mich nicht mal darum bemüht, den Platz für die Teigfladen besonders “eng” zu halten. Ich bin sehr zufrieden! Und hab’ mich natürlich gleich ein paar Teile “in Steak-Manier” mit Zwiebeln und Zucchini angebraten. Dazu Senf und Ketchup – schmeckt super!

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13 Antworten auf Seitan im Kochbeutel

  1. kniffel sagt:

    so hatte ich das letztens auch mal probiert, war aber leider trotzdem so fluffig geworden. glaube das könnte daran liegen, dass ich den mit der küchenmaschine gemischt habe und das sehr viel luft in den teig eingebracht habe, oder? knetest du den per hand durch? war jedenfalls von der konsistenz her nicht so toll, aber auch nur ein paar teile des ansatzes, einige waren auch etwas fester geworden.
    war allerdings auch mein erster versuch im topf, vorherige waren immer im backofen. da wurde es zwar fester, aber auch etwas trockener und brotiger.

  2. Claudia Klinger sagt:

    Ich mische den Teig in der Schüssel mit einem Kochlöffel zusammen, bis alles ein Klumpen ist. Den nehme ich dann raus und knete ihn auf einem Brett, bis er mir “glatt genug” erscheint (nicht lange!). Üblicherweise schneide ich ihn dann in Scheiben und werfe die in den offenen Topf (nicht ins schon kochende Wasser, das bläht zusätzlich auf). Jetzt halt in zwei Kochbeutel…. ich nehme an, der Seitan wäre noch fester geworden, wenn ich weniger Platz im Beutel gelassen hätte. Aber mir hat’s schon so voll gereicht…

    Backen hab ich EINMAL versucht. Kleiner Klumpen Teig in Alufolie – heraus kam ein “Gummiball”, den ich direkt wegwerfen konnte!

  3. kniffel sagt:

    gut danke, stimmt dass die brühe kalt sein soll und mit dem seitan aufgekocht werden soll hab ich auch schonmal gehört, aber in einem moment geistiger umnachtung wohl einfach vergessen. danke schonmal, ich werds wieder probieren!
    :)

  4. Pingback: Die Katastrophe als Normalität und Schreibblockade

  5. Margit sagt:

    Liebe Claudia,
    vor zwei Wochen habe ich endlich zum ersten Mal selber Seitan gemacht – dank dir, du hast mir den Anstoß dazu gegeben! Es ist wirklich keine Hexerei, geht ganz flott und man kann sich würztechnisch richtig austoben. Mit dem Ergebnis bin ich echt zufrieden, schmeckt genial gut, lässt sich so vielfältig verwenden. Mir ist es weit lieber als das gekaufte Seitan, das nicht nur teuer, sondern auch geschmacklich nicht so überzeugend ist.
    Mit dem Kochen im Plastikbeutel hätte ich allerdings Probleme. Lösen sich da nicht irgendwelche giftigen Stoffe aus dem Plastik?
    Danke jedenfalls nochmals für den Anstoß dazu, das bringt mich in Punkto gesunder Ernährung ein ganzes Stück weiter!
    Liebe Grüße, Margit

  6. Claudia sagt:

    @Margit: freut mich sehr, dass du es probiert hast und auch gleich mit Erfolg! Super!
    Was die Plastikbeutel angeht: echte Gefriebeutel sind darauf ausgelegt, auf über 100 Grad erhitzt zu werden. Das ist nicht dasselbe wie diese dünnen Folien, die gerne Weichmacher absondern. Aber wenn du auch ohne auskommst, brauchst du sie ja nicht!

  7. Margit sagt:

    Danke, Claudia, für diese Info. Das wusste ich nicht. Aber ich werde das trotzdem nicht probieren mit den Gefrierbeuteln, da ich so wenig Plastik als möglich verwende.
    Liebe Grüße & einen schönen Tag, Margit

  8. Doro sagt:

    Also ich würde das ja mit dem Kochbeutel gleich mal testen, nur beschreibst Du in Deinem Test mit gekauften Seitan, dass der Seitan im Beutel gekocht gummiartig ist..hier steht was ganz anderes. Also ich hätte nichts gegen festen Seitan und würde eigentlich nur gerne wissen, was da jetzt von stimmt, oder gab es verschieden Versuche den Seitan im Beutel zu kochen? Lieben Gruß Doro

  9. Claudia Klinger sagt:

    @Doro: Ja, es gab mehrere Versuche – der erste war wohl etwas misslungen. Bei DIESEM Versuch hab ich zum Anrühren des Rohteigs auch nicht genau 50:50 im Verhältnis Glutenmehl/Flüssigkeit genommen, sondern eher 45:55. Dadurch ist auch der Seitan OHNE Kochbeutel fester geworden – beide Versionen ohne Gummi-Touch.

    Man muss es wohl öfter probieren, bis man zu einem “stabilen” Ergebnis kommt!

  10. Pingback: Seitan-Vergleich: selbst gemacht und gekauft » Unverbissen vegetarisch

  11. Doro sagt:

    Vielen Dank für den Tip, auch wenn er etwas spät kommt. Der Dank. Also dann mach ich mich nochmal ran, mit etwas mehr Flüssigkeit als Gluten!

  12. Sonja sagt:

    Ich stelle auch schon seit einige Zeit Seitan selber her und mag eher den festeren. Da ich schlechte Erfahrungen mit Koch- / Gefrierbeuteln gemacht habe und auch keine Diphenole oder Bisphenol oder ähnliches in meinem Essen haben will und unseren wahnsinnigen Plastikverbrauch eh bedenklich finde, verwende ich inzwischen ganz einfache kleine unbehandelte Baumwollbeutel. Kann man einfach selbst herstellen. Den Seitan in den Beutel, mit Wolle eng zubinden und den Beutel direkt in den Sud im Topf. Funktioniert prima. Der Seitan wird schön fest, der Beutel lässt sich waschen und wiederverwenden ;-)

  13. Pingback: Wer es nicht ganz lassen mag: Gebt den Fleisch-Alternativen eine zweite Chance! » Unverbissen vegetarisch

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