Unverbissen vegetarisch

…flexitarisch, vegetarisch, vegan? Hauptsache, die Richtung stimmt!

Vegetarisch-vegane Festtagsbraten mit Seitan: eine Rezept-Recherche

Erst hatte ich noch vor, zu Weihnachten mal wieder Fleisch zu essen. Nach drei vegetarischen Monaten kann man ja mal „unverbissen“ sein, dachte ich mir. Teures Bio-Fleisch von artgerecht gehaltenem Federvieh sollte es sein, mindestens Neuland oder Demeter, besser noch Wild…

Doch Weihnachten kam näher und meine Lust, mich wieder mit Fleisch zu befassen, schwand dahin. Mittlerweile hatte ich Seitan entdeckt und gelernt, wie aus Weizenmehl Steaks werden können. Seitan-Gulasch und Seitan-Bolognese hatten ihre Premiere gehabt und fanden sogar Anklang bei Fleisch-essenden Freunden. Warum also ausgerechnet am „Fest der Liebe“ wieder Fleisch vom getöteten Tier?

Seitan-Braten – aber welcher?

Meine bisherigen Koch-Experimente mit dem „Weizenfleisch“ beschränkten sich auf den Umgang mit kleineren Stücken: Steaks, Geschnetzeltes, Seitan-Hack. Dabei ist das Würzen ausschlaggebend für den kräftigen Geschmack. Man muss klotzen, nicht kleckern, sonst schmeckt das Ergebnis zu fad.

Wie bekomme ich aber ein größeres Bratenstück auch „innerlich“ gut gewürzt ? Und soll der Braten am Stück entstehen oder als Rollbraten? Muss er gekocht, angebraten und gebacken oder gleich im Backofen gar werden? Und wie bringt man ihn in Form? Fragen über Fragen…

Internet hilf!

Ich surfte also auf den Spuren des Seitan-Bratens und wurde vielerorts fündig. Für welche Methode ich mich letztlich entscheide, wird demnächst hier zu lesen sein. Im Moment notiere ich erstmal die Ergebnisse meiner Recherche:

  • Gefüllter Seitanbraten mit Rosenkohl und Kartoffel-Chili-Puffer – das Rezept Pons Massive Vegan Food Blog kommt dem schon recht nahe, was ich mir vorstelle: Aus Gluten plus Würzzutaten und geschmacksintensiven Flüssigkeiten entsteht der Seitanteig, der dann ausgerollt bzw. flach geklopft und mit einer pikanten Füllung bestrichen wird. Für die Form sorgen Alufolie und Gefrierbeutel während des Kochens, danach wird der Seitan noch gebraten und mit einer dunklen Soße serviert.
  • Seitanbraten mit Nussfüllung, dazu Kartoffeln und Pastinaken aus dem Ofen. Ein komplexeres Rezept vom Vegetarierforum für 8 – 10 Personen, das sich ebenfalls einer Kastenform bedient. Der fertig vermischte Bratenteig wird hineingedrückt, wonach die Füllung in eine Vertiefung kommt, die dann mit Teig verschlossen wird. Eigenwillig, aber interessant!
  • Weihnachtsbraten, Take 1 entstammt der Veganen Versuchsküche und ist das bisher aufwändigste Rezept. Vielerlei feste und flüssige Zutaten (Tofu, Shoyu, Pilzsoße, Hefeextrakt…) ergeben den Bratenteig, auch die Pilz-Füllung ist gehaltvoll und wird auf den ausgerollten Teig verteilt. Anschließend wird aufgerollt, mit einem Tuch in Rollbratenform gebracht und zwei Stunden gedämpft. Erst am Folgetag wird der dann wieder „entkleidete“ Braten im Ofen gebacken und dabei mit einer Pinselmarinade bepinselt.
  • Vegan Turkey Loaf (engl.) – der vegane „Puten“-Hackbraten:

  • Seitanbraten mit Brotfüllung in Blätterteig – eine interessante Variante (Quelle: Vegetarierforum.com), bei der der Seitan nicht gekocht, sondern gefüllt, dann mit Blätterteig umwickelt und gebacken wird. Wobei auch die Pinselmarinade nicht fehlt….
  • Seitan-Braten mit fruchtigem Rotkohl und brauner Soße – zubereitet mit einem „Bratschlauch“ im Backofen, gefunden bei den Veganitäten.
  • Austernpilz-Seitan-Braten mit Rotkraut und Semmelknödeln – nochmal ein Braten von Pons Massive Vegan Food Blog. Neben den Austernpilzen und den klassischen Beilagen ist das Besondere an diesem Rezept der Mantel aus „Tofublättern“, in die der Braten gewickelt wird.

So, für dieses Weihnachten sollte das als Inspiration genügen! Wer aber noch ein gutes Rezept (vielleicht ein eigenes?) weiß, ist herzlich eingeladen, es in den Kommentaren beizutragen.

Autor: Claudia Klinger

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